Ein Mann sitzt vor dem Laptop und ist bei der Jobsuche

Jobsuche: Tipps, Strategien und Online-Tools

Die Jobsuche ist häufig gar nicht so einfach. Schließlich bestimmt der Job einen großen Teil des Alltags – da möchte man sich in der Regel nicht mit irgendeinem x-beliebigen Job zufriedengeben. Und übrigens sollten Bewerber das auch gar nicht. Denn eine halbherzige Jobsuche kann schnell zu Problemen führen. Was es stattdessen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu beachten gibt, welche Online-Tools helfen und welche Tipps du unbedingt kennen solltest, erfährst du hier.

Jobsuche: Wo findet man aktuell Jobs?

Momentan ist es gar nicht so einfach, den passenden Job zu finden. Zu dieser Entwicklung hat zum Großteil die Corona-Pandemie beigetragen. Da viele Firmen deswegen wirtschaftliche Probleme haben, einige sogar ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben, steht das Thema Personalbeschaffungen bei den meisten eher hinten an.

Für Menschen, die aktuell einen Job suchen, sind das natürlich nicht unbedingt gute Neuigkeiten. Sie haben es momentan nämlich deutlich schwerer als noch vor einigen Jahren, einen neuen Job zu finden.

Einige Karriereberater empfehlen daher sogar, mit der Jobsuche zu warten, bis die Zeiten wieder besser werden – natürlich nur, wenn das überhaupt möglich ist. Denn manche Beschäftigte haben nicht die Wahl, noch zu warten, bevor sie auf die Suche nach einem neuen Job gehen.

Wer bereits arbeitslos geworden ist oder bei wem absehbar ist, dass sein Arbeitsplatz in naher Zukunft wegfallen wird, der kann vermutlich nicht warten, bis er sich auf Jobsuche begibt. Im Gegenteil: In diesem Fall ist es sogar besser, so schnell wie möglich einen neuen Job zu suchen – oder sich zumindest bestmöglich am Markt zu platzieren.

Denn – auch das kann in naher Zukunft eintreten – nicht nur man selbst ist auf Jobsuche, weil der Arbeitgeber wirtschaftlich in Schwierigkeiten geraten ist. Auch einige Kollegen werden vielleicht den Job verlieren. Und das gilt nicht nur für den eigenen Arbeitgeber, sondern vermutlich auch für einige andere.

Hinzukommt, dass diese Entwicklung in einigen Branchen besonders stark ausgeprägt sein könnte. Man denke nur an die vielen Beschäftigten im stationären Einzelhandel oder in der Touristikbranche. Gut möglich, dass hier in einiger Zeit viele Bewerber auf den Arbeitsmarkt drängen werden.

Damit du dich also bestmöglich gegen die Konkurrenz durchsetzen kannst, musst du gewappnet sein. Das kann dir zum Beispiel mithilfe der folgenden Bestandsaufnahme gelingen.

Standort bestimmen: Wohin will ich mich entwickeln?

Wichtig vorab: Auch wenn die Zeit drängt und du deine Jobsuche so schnell wie möglich erfolgreich abschließen möchtest, solltest du nichts überstürzen. Eine gründliche Recherche zum Unternehmen und vor allem auch der Abgleich mit den eigenen Wünschen und Zielen sind wichtig.

Natürlich ist es schön, wenn du schnell einen neuen Arbeitgeber findest. Es bringt dir aber nicht viel, wenn sich schon nach kurzer Zeit herausstellt, dass du und dein Chef oder deine täglichen Aufgaben gar nicht zueinander passen.

Denn das bedeutet vermutlich, dass du über kurz oder lang erneut auf Jobsuche gehen musst. Dabei besteht die Gefahr, dass es weniger interessante Jobangebote gibt als noch vor einiger Zeit. Aber nicht nur das: Du musst dem Personaler auch erklären können, warum du nach nur wenigen Monaten im Unternehmen schon wieder auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bist.

Natürlich gibt es dafür durchaus triftige und akzeptable Gründe. Trotzdem ist es besser, wenn du nicht in diese Situation kommst, sondern sofort den Job findest, der zu dir passt. Und um den zu finden, musst du einige zentrale Fragen für dich beantworten.

Jobsuche: Was passt zu mir?

Falls du aktuell auf der Suche nach deinem ersten Job bist, kannst du zum Beispiel einen Test zur Berufswahl machen und so herausfinden, in welche Richtung du dich entwickeln könntest. Im Netz gibt es dazu recht viele Möglichkeiten und Optionen. Probiere doch zum Beispiel einen der folgenden Tests aus:

  • Online-Beratungstool der Ruhr-Universität: Die Ruhr-Uni bietet auf ihrer Seite das sogenannte Borakel an, um Schulabgängern bei der Berufs- und Studienwahl zu helfen.
  • gepedu GmbH: Die gepedu GmbH hat den Berufsorientierungstest ST im Angebot. Hier können sowohl Schüler als auch Erwachsene Hilfe bei der Frage bekommen, für welchen Beruf Sie sich entscheiden können. Denn bei dem Test werden Interessenschwerpunkte, besondere Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale herausgearbeitet. Und genau die können ein wichtiger Anhaltspunkt sein, wenn es um die Jobsuche und Jobwahl geht.
  • Deutscher Handwerkskammertag e.V.: Auf Initiative einiger Handwerksbetriebe ist der Online-Test Berufe-Checker entstanden. Dieser Test ist besonders für diejenigen Personen konzipiert, die schon wissen, dass sie eine Ausbildung absolvieren möchten. Der Test kann sogar über WhatsApp absolviert werden. Die Beantwortung von fünf Fragen reicht aus, um am Ende Vorschläge für passende Berufe zu erhalten.

Jobsuche für Berufserfahrene

Personen hingegen, die bereits in einer bestimmten Branche arbeiten, sich dort wohlfühlen und Erfahrungen gesammelt haben, müssen die eher grundlegenden Fragen nicht mehr beantworten. Aber auch für diese Personen gilt, dass eine fundierte Standortbestimmung die Chancen bei der Jobsuche deutlich verbessern kann. Denn wer weiß, wonach er sucht, ist in der Regel erfolgreicher als Personen, die lediglich auf gut Glück auf die Suche gehen.

Du kannst dir dabei zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Muss der neue Job in der Nähe deines Wohnortes sein oder bist du bereit, ein paar Kilometer zu pendeln oder gar umzuziehen?
  • Möchtest du in der gleichen Branche weiterarbeiten oder suchst du eine Veränderung? Möchtest du vielleicht sogar eine Umschulung machen?
  • Was ist dir besonders wichtig: Gehalt, Verantwortung, Karrieremöglichkeiten?
  • Muss der Job gut mit der Familie zu vereinbaren sein, brauchst du flexible Arbeitszeiten?
  • Suchst du einen krisensicheren Job oder bist du auch bereit, ein Wagnis einzugehen?

Diese Schritte führen zum neuen Job

Eine gute Vorbereitung ist für eine erfolgreiche Jobsuche Pflicht. Und was zu einer guten Vorbereitung gehört, haben wir schon kurz angesprochen. Für dich die Übersicht und weitere Tipps:

  1. Eigene Prioritäten klären: Bevor du dich auf die Suche nach einem neuen Job machst, sollte dir klar sein, was du überhaupt suchst. Klare Kriterien helfen ungemein dabei, den passenden Job – und nicht bloß irgendeinen – zu finden.
  2. Eigene Stärken und Schwächen analysieren: Spätestens im Vorstellungsgespräch, aber auch schon in deinem Anschreiben für einen neuen Arbeitsplatz sollte dir klar sein, was deine Alleinstellungsmerkmale sind. Also was dich ausmacht und dich von der Konkurrenz abhebt. Um herauszufinden, wie es um deine Stärken und Schwächen bestellt ist, gibt es ebenfalls eine ganze Reihe von Tests und Fragebögen im Netz. Schau dich einfach mal um und versuche, die dort gestellten Fragen so ehrlich wie möglich zu beantworten. Das kann dir dabei helfen, ein besseres Selbstbild zu bekommen, was sich wiederum positiv auf die Jobsuche auswirken kann.
  3. Passenden Arbeitgeber suchen: Nachdem du viel über dich erfahren hast, geht es bei der Jobsuche natürlich auch um den passenden Arbeitgeber. Auch hier ist das Internet eine große Hilfe. Denn viele Arbeitgeber haben eine Webseite, auf der du dich erkundigen kannst. Andere Möglichkeit: Du schaust auf Bewertungsportalen nach, wie dein potenzieller Arbeitgeber von anderen Bewerbern und Mitarbeitern beurteilt wurde.
  4. Kontakt herstellen: Wenn du mehrere Arbeitgeber gefunden hast, die zu dir passen könnten, beginnt der nächste Schritt. Übrigens musst du dabei gar nicht warten, bis deine Jobsuche akut wird – du kannst auch schon vorab mit den jeweiligen Firmen in Kontakt treten.

Weitere Tipps für die Jobsuche

Wenn du die genannten Punkte befolgt hast, kannst du noch weitere Schritte unternehmen, um deine Jobsuche zu einem guten Abschluss zu bringen. Probiere zum Beispiel folgendes aus:

  1. Suche nach Arbeitsplätzen, die nicht ausgeschrieben sind: Das klingt zunächst vielleicht etwas widersinnig, ist es aber gar nicht. Der Grund: Unternehmen schreiben nicht zwingend alle Stellenangebote offiziell aus. Einige Jobs werden auch über Empfehlungen oder professionelle Headhunter besetzt. Wenn du dich nicht gleich an einen Headhunter wenden möchtest, kannst du zum Beispiel in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis nachfragen, ob jemand nützliche Informationen hat. Andere Möglichkeit: Du liest die Wirtschaftsmeldungen in der Tageszeitung aufmerksam. Wenn dort von Unternehmen berichtet wird, denen es aktuell wirtschaftlich recht gut geht, könnten diese bald auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sein.
  2. Schaffe dir ein Netzwerk: Dieser Punkt kam teilweise schon bei dem Schritt „Kontakt herstellen“ zur Sprache. Es schadet nichts, sich auch mit Personen zu vernetzen, die nicht bei dem Wunscharbeitgeber arbeiten. Denn erstens könnte es sein, dass diese wiederum über eine andere Person einen Kontakt zum Unternehmen herstellen können. Und zweitens ist es nicht ausgeschlossen, dass sie irgendwann zu deinem Wunscharbeitgeber wechseln und dir dann behilflich sein könnten. Nutz also jede Chance, dich mit neuen Menschen zu vernetzen. Konzentriere dich dabei aber nicht nur auf neue Kontakte, sondern pflege auch bereits bestehende. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail genügen häufig schon. Tipp: Versuche, nicht zu jammern, sondern berichte von positiven Dingen, die dir in der jüngeren Vergangenheit passiert sind. Das macht dich zu einem interessanteren Gesprächspartner.
  3. Baue im Internet eine vorteilhafte Präsenz auf: Statt selbst auf Jobsuche zu gehen, kannst du dich aber auch von Arbeitgebern oder Headhuntern finden lassen. Dazu solltest du in erster Linie deine beruflichen Profile auf Xing oder LinkedIn auf dem neuesten Stand halten. Einige Bewerber erstellen ganze Webseiten, auf denen sie sich als interessanter Mitarbeiter vermarkten. Übrigens: Vergiss nicht deine privaten Profile im Netz. Wenn du nicht alle Fotos einzeln durchklicken und auf Jobtauglichkeit überprüfen möchtest, kannst du deine Profile in den Privatmodus umstellen. So können Personaler gar nicht oder nur auf ausgewählte Informationen zugreifen. Denn dass Personaler heutzutage auch im Netz nach Informationen über den jeweiligen Bewerber suchen, sollte klar sein.

Bildnachweis: Jacob Lund / Shutterstock.com


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