Initiativbewerbung: Anleitung und Tipps

Nicht immer ist der passende Job unter den aktuellen Stellenanzeigen zu finden. Wenn du klare Vorstellungen von deinem zukünftigen Arbeitsplatz hast, kannst du auf die Initiativbewerbung zurückgreifen. Sie bietet viele Vorteile, wenn du formale und inhaltliche Kriterien beachtest. Mit etwas Glück bringst du den zukünftigen Arbeitgeber erst auf die Idee, dass er dich in seinem Unternehmen gut brauchen kann. Chefs, die eigenständige und engagierte Mitarbeiter suchen, sind für eine Initiativbewerbung meist offen. Mit etwas Glück folgt eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch, bei dem du die Chance bekommst, von deinen Qualitäten zu überzeugen.

Was ist das Besondere an einer Initiativbewerbung?

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die nicht als Reaktion auf eine Stellenausschreibung oder eine Aufforderung durch Dritte erfolgt. Bei dieser Bewerbungsform hat der Bewerber recherchiert und sich seinen individuellen Wunscharbeitsplatz gesucht. Ohne, dass eine Stelle vakant ist, schickt er seine Bewerbungsunterlagen ab. Er signalisiert damit, dass der neue Arbeitsplatz ihm besonders wichtig ist. Mit dieser Bewerbungsform nimmt ein Mitarbeiter die Fäden selbst in die Hand. Viele Chefs und Personaler sind von diesem Verhalten beeindruckt und wollen den Bewerber zumindest in einem persönlichen Gespräch näher kennenlernen.

Was gehört zu einer Initiativbewerbung?

Wie bei jeder anderen Bewerbung auch gehören ein Anschreiben, der aktuelle Lebenslauf und die notwendigen Zeugnisse, Referenzen und Zertifikate zur Bewerbung. Das Besondere an dieser Bewerbungsform ist der Anlass, nicht der Inhalt. Im Bewerbungsschreiben gehst du darauf ein, dass du dich aus eigenem Antrieb um einen Arbeitsplatz im betreffenden Unternehmen bewirbst. Das ist der eigentliche Unterschied zu einer herkömmlichen Bewerbung auf eine Stellenanzeige.

Wie sieht das Bewerbungsschreiben bei einer Initiativbewerbung aus?

Das Bewerbungsschreiben, das für eine solche Bewerbung verwendet wird, hat die gleichen formalen Richtlinien wie für Bewerbungsschreiben für andere, herkömmliche Bewerbungen auch. Die Richtlinien der DIN 5008 werden in jedem Bewerbungsschreiben angewandt. Die Betreffzeile enthält das Wort „Initiativbewerbung“, denn es gibt ja keine Stellenanzeige, auf die du dich beziehen kannst. Darüber hinaus ist auch das Bewerbungsschreiben für eine Bewerbung aus eigenem Antrieb nicht länger als eine Seite. Es endet mit der Bitte um einen Vorstellungstermin. Das Bewerbungsschreiben sollte in jedem Fall einen Grund enthalten, der dich zu dieser Bewerbung motiviert hat. Allerdings sind Hinweise auf die gute Bezahlung oder die vielen Urlaubstage hier fehl am Platz. Wenn du im Internet recherchierst, wirst du Vorteile des Unternehmens finden, die du für dein Bewerbungsanschreiben verwenden kannst.

„Ihre hervorragenden Leistungen im Service beeindrucken mich sehr.“
„Ihr Unternehmen ist für kompromisslosen Umweltschutz bekannt.“
„Besonders beeindruckend finde ich Ihren Einsatz für Inklusion.“

Welchen Inhalt hat das Bewerbungsschreiben?

Die typische Texteinleitung „Ich habe Ihr Inserat gelesen…“ entfällt natürlich. Beginne deshalb das Bewerbungsschreiben mit einem einleitenden Satz über das Unternehmen. Was weißt du über das Unternehmen? Was beeindruckt dich und woher hast du deine Informationen. Handelt es sich um ein lokales Unternehmen, kann der Anlass eine aktuelle Berichterstattung in der Lokalpresse sein. Überregionale Unternehmen sind meist aus den Medien bekannt. Du kannst mit einem Hinweis auf die aktuellsten Meldungen aus dem Unternehmen beginnen.

„In den Fachmedien wird Ihr Unternehmen als Marktführer für Netzwerktechnik gelobt.“
„In der Tageszeitung habe ich von Ihrem großen Einsatz für den Jugendsport vor Ort gelesen.“

Wenn Sie Berufsanfänger sind, können Sie Ihr Bewerbungsschreiben mit einem Satz über sich selbst beginnen:

„Schon in meinem ersten Studiensemester habe ich entschieden, mich um einen Platz in Ihrem Unternehmen zu bewerben.“
„Mein Weg zur Uni führte mich täglich an Ihrem beeindruckenden Gebäude vorbei. Der Wunsch, Teil Ihres Unternehmens zu werden, entstand schon früh.“

Wie geht es nach der Initiativbewerbung weiter?

Wenn du deine Initiativbewerbung abgeschickt hast, wirst du sicher nervös darauf warten, ob du eine Reaktion bekommst. Du solltest dich in Geduld üben und dem Unternehmen mindestens zehn Tage Zeit geben. Denn deine Bewerbung kommt unerwartet. Niemand hat auf dich gewartet oder sich auf dich eingestellt. Sie müssen erst einen Weg erarbeiten, wie sie mit deiner Bewerbung umgehen wollen. Nach frühestens zehn Tagen kannst du telefonisch nachfragen, ob deine Unterlagen angekommen sind. So hältst du das Band aufrecht, dass du mit deiner Bewerbung geknüpft hast. Erkundige dich, wann du wieder anrufen kannst, wenn man dir noch nichts sagen kann. Wenn du keinen neuen Termin für deine Nachfrage erhältst, ist das Interesse des Unternehmens eher gering. „Don´t call me, I call you.“ ist ein Prinzip, dass auch in der Arbeitswelt gilt.

Kann man eine Initiativbewerbung auch elektronisch verschicken?

Wie jede andere Bewerbung auch, kann eine Initiativbewerbung elektronisch verschickt werden. Dann steht in der Betreffzeile „Initiativbewerbung“. Deine Dokumente wie das Anschreiben, den Lebenslauf und Zeugnisse etc. kannst du als Anhänge im pdf.-Format mitschicken.

Was, wenn die Initiativbewerbung scheitert?

Wenn deine Bewerbungsunterlagen einschließlich Lebenslauf und Anschreiben in Ordnung waren, hat das Unternehmen vielleicht aktuell einfach keinen Bedarf an deiner Arbeitskraft. Das muss nichts mit dir oder deiner Bewerbung zu tun haben. Du kannst es beim gleichen Unternehmen nach etwa 12 Monaten wieder versuchen. Halte dich aber auf dem Laufenden über die Stellenangebote, die das Unternehmen veröffentlicht. Wenn du dich erneut bewirbst, darfst du im Bewerbungsschreibendarauf hinweisen, dass du dich bereits einmal beworben hast. Der Wiedererkennungseffekt kann sich positiv für dich auswirken. Bleibe am Ball und suche dir noch andere interessante Unternehmen für deine Initiativbewerbung.