Schlusssatz im Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben besteht neben dem richtigen Einleitungssatz und dem immanent wichtigen Hauptteil aus einem weiteren essentiellen Bestandteil: Dem Schlusssatz. Durch die richtige Anwendung beziehungsweise das richtige Schreiben dieses Schlusssatzes können Sie die Dramaturgie Ihres Bewerbungsschreibens auf einen Höhepunkt bringen, welches Ihre Chancen auf das begehrte Vorstellungsgespräch vervielfacht.

Durch den guten Aufbau Ihres Bewerbungsschreibens steuern und lenken Sie die Aufmerksamkeit des Lesers Ihrer Bewerbung und drücken ihn unbewusst zu der Entscheidung, Sie einzuladen. Sie kennen es vielleicht aus anderen Bereichen des Lebens, wie beispielsweise noch aus Deutschaufsätzen aus der Schule: Der Teil, der am Ende des Aufsatzes kommt, bleibt dem Leser am größten im Gedächtnis. Daher ist es sehr wichtig, hier noch einmal zu punkten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Leser im Gedächtnis bleiben und sich eine gute Ausgangsposition für eine erfolgreiche Einstellung verschaffen.

Der richtige Schlusssatz im Bewerbungsanschreiben

Mit einem guten Schlusssatz schaffen Sie vor allen Dingen eines: Sie klingen freundlich und zugleich motiviert und selbstbewusst. Im vorangegangenen Bewerbungsanschreiben haben Sie bereits im Einleitungssatz und im Hauptteil einige wichtige Aussagen gemacht:

  • Sie bringen die geforderten Fähigkeiten mit, sowohl Soft-Skills als auch Hard-Skills
  • Sie sehen sich selbst als Idealbesetzung für die offene Position, ohne dabei zu sehr im Eigenlob zu versinken
  • Und als wichtigsten Punkt: Sie wollen den Job

Doch wie schaffen Sie es nun, nicht mehr nur „ein weiterer Kandidat“, sondern der vermutlich beste Bewerber zu sein? Nun Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen haben Sie bereits im Lebenslauf beziehungsweise im Hauptteil Ihres Bewerbungsschreibens dargestellt. Auch dass Sie sehr motiviert sind und alle notwendigen Soft-Skills mit in den neuen Job einbringen, ist zu diesem Zeitpunkt klar gestellt. Darüber hinaus sollte im Hauptteil Ihres Bewerbungsschreibens bereits feststehen, warum das Unternehmen von Ihnen profitiert.

Typische Fehler im Schlusssatz Ihres Bewerbungsanschreibens

Doch wie schreiben Sie nun den Schlusssatz im Bewerbungsschreiben? Nun, vielleicht sollten wir Sie noch vorwarnen, welche typischen Stolperfallen Sie unbedingt vermeiden sollten. Zum einen sollten Sie sich unter keinen Umständen „für die Aufmerksamkeit“ bedanken. Schließlich haben Sie gerade eine Präsentation Ihres Lebens gehalten in Form eines Vortrages. Dieser Ausdruck lässt zudem eine gewisse Unsicherheit vermuten und gerade das wollen Sie vermeiden. Zum anderen kommt diese Unsicherheit ebenfalls zum Ausdruck, wenn Sie ständig in Konjunktiven sprechen. den Konjunktiv zu vermeiden, ist ein ebenfalls elementarer Bestandteil. Lesen Sie sich die folgenden Beispiele durch und entscheiden Sie selbst, wie selbstsicher folgende Aussagen klingen:

„Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu einem persönlichen Gespräch einladen würden.“
„Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich in einem persönlichen Gespräch erläutern.“
„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich zu einem persönlichen Gespräch einladen würden.“

Sie bemerken sicherlich, wie unsicher diese Aussagen wirken. Auch wenn Sie eine Form von Höflichkeit und Zurückhaltung zeigen wollten. Für den Leser Ihres Bewerbungsschreibens wirkt die oben genannten Sätze allerdings eher als Schwäche. Und auch wenn das Thema Schwäche heutzutage nicht mehr so negativ gesehen wird, wie noch vor einigen Jahren, so deuten manche Personaler diese Aussagen als eine Form von schwachem Durchsetzungsvermögen. Und ein schwaches Durchsetzungsvermögen ist heutzutage nur noch in den wenigsten Unternehmen ein Pluspunkt. Verwenden Sie also bitte also keinen Konjunktiv im Schlusssatz!

Schlusssatz richtig formulieren: Aktion vom Leser fordern

Bevor Sie sich an das Schreiben Ihres Bewerbungsschreibens setzen sollten sie sich um einen Umstand Gedanken machen: Ihr Bewerbungsschreiben und der Lebenslauf dienen nur einem Zweck: Der Einladung zum persönlichen Gespräch.

In der Web-Programmierung wendet man ähnliche Prinzipien an, wenn man mit einem Button nur ein bestimmtes Verhalten des Benutzers hervorrufen möchte. Man spricht hier von einer „Call-to-action“, zu deutsch – frei übersetzt – also von einer Aufforderung. Es zeugt von Zuversicht und einer positiven Einstellung, wenn Sie im Schlusssatz Ihres Bewerbungsschreibens ebenfalls von dieser Technik Gebrauch machen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Leser einer Bewerbung und der Bewerber hat bislang einen positiven Eindruck bei Ihnen hinterlassen. Sowohl sein Einleitungssatz, als auch der Hauptteil haben Sie überzeugt. Wie denken Sie, wenn Sie im Schlusssatz folgendes lesen:

„Ich freue mich darauf, Ihnen diese ersten Eindrücke in einem persönlichen Gespräch weiter auszuführen.“

Gut oder? Sie könnten sogar noch einen draufsetzen und quasi direkt mit einer Zusage für die Position abschließen:

Ich freue mich, die offene Position zum 01.01.2015 anzutreten.

Dieser Satz hat den Vorteil, dass Sie gleich Ihr frühestes Eintrittsdatum nennen können. Doch wichtiger noch: Sie zeigen große Zuversicht, dass Sie ein absolut geeigneter Kandidat für die ausgeschriebene Position sind.

Wie sieht nun ein guter Schlussatz aus?

Abschließend kommen wir nun zu einigen aus unserer Sicht hervorragenden Beispielen für einen passenden Schlusssatz in Ihrem Bewerbungsschreiben. Dabei sollten Sie selbstverständlich nicht einfach einen Satz kopieren und in Ihrem Bewerbungsschreiben benutzen. Passen Sie ihn bitte an Ihren gängigen Satzbau und Sprachgebrauch an. Denn schließlich sind Personaler in der Regel sehr gut darin zu erkennen, wenn etwas von Ihnen stammt oder Sie es nur kopiert haben. Je nachdem, auf welchen Stil Sie den Einleitungssatz und den Hauptteil Ihres Bewerbungsschreibens bislang ausgerichtet haben, können sich unterschiedliche Varianten für den Schlusssatz eignen:

Motivierte Schlusssatz-Varianten

„Ich bin für eine Mitarbeit hochmotiviert und freue mich, Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen.“
„Ich freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch oder zum Probearbeiten.“
„Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und freue mich, wenn Sie sich die Zeit für ein persönliches Gespräch nehmen.“
„Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“
„Ich möchte Ihr Unternehmen gern in einem persönlichen Gepräch kennenlernen“
„Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.“

Selbstbewusste Schlusssatz-Varianten

„Ihrer positiven Rückmeldung sehe ich mit großer Freude entgegen.“
„Ich freue mich, bald mit Leidenschaft und Engagement zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen und freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“
„Wenn Sie also einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“
„Ich brenne darauf, mich mit meinen Fähigkeiten und Erfahrungen der neuen Aufgabe zu stellen und sie zu meistern.“

Kompakte Schlusssatz-Varianten

„Gerne überzeuge ich Sie persönlich. Auf einen Terminvorschlag dazu freue ich mich.“
„Für den nächsten Schritt in Ihrem Bewerbungsprozess bin ich bereit.“
„Für ein weiterführendes Gespräch stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.“
„Für ein persönliches Gespräch komme ich gerne zu Ihnen.“
„Gern möchte ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen. Auf Ihre Einladung freue ich mich.“