Den Lebenslauf optimieren

Den Lebenslauf optimieren

Der Lebenslauf gilt als das zentrale Element einer jeden Bewerbung. Obwohl heute verschiedene alternative Bewerbungsformen den Weg in die Arbeitswelt finden, bleibt er nach wie vor das optimale Werkzeug, um schnell und klar verständlich die wesentlichen Informationen zu sich selbst und seinem beruflichen Werdegang zu vermitteln. Daher kommt einem optimalen Aufbau des Lebenslaufs eine elementare Bedeutung im Bewerbungsverfahren zu.

Der Lebenslauf – Inhalte und Aufbau

Gerade wegen seiner elementaren Position in den Bewerbungsunterlagen ist der Lebenslauf sehr stark schematisiert und auch standardisiert. Viele der erforderlichen Angaben sind strukturell wie inhaltlich allgemein anerkannt und können daher recht einfach beachtet werden.

Das Foto

Ob ein Foto zu den zwingenden Bestandteilen des Lebenslaufs gehört, wird viel diskutiert. Einige Arbeitgeber machen es den Mitarbeitern einfach und weisen bereits in der Stellenausschreibung darauf hin, ob und in welcher Form ein Foto gewünscht wird. Fehlen solche Angaben, kannst Du Dich nach dem Grundsatz richten, dass ein Foto insgesamt in der Bewerbung hilfreich ist. Verwendest zu zum Beispiel eine klassische Bewerbungsmappe mit einem separaten Platz für das Foto, ist im Lebenslaufkein weiteres Foto erforderlich. Sinnvoll kann ein Foto als Eyecatcher auch auf dem Deckblatt der Bewerbung sein. Auch in diesem Fall solltest Du auf die Wiederholung im Lebenslauf verzichten.

Persönliche Angaben

Zu den persönlichen Angaben gehören neben den eigenen Daten, wie Geburtsdatum und Kontaktdaten, auch der Familienstand und gegebenenfalls Name und Alter von Ehepartner und Kindern. Im Regelfall reichen diese Angaben bereits aus. Fällst Du hier gleich mit weiteren Angaben zu Deiner Familie sozusagen mit der Tür ins Haus, wirkt dies meist wenig zielgerichtet und in diesem ersten Block einer Bewerbung unpassend.

Bisherige Anstellungen

Der Hauptteil der Bewerbung besteht bei allen Menschen mit Berufserfahrung aus einer Auflistung der vergangenen Arbeitsstellen. Benannt werden sollten unbedingt das genaue Unternehmen, sowie die dort ausgeübte Tätigkeit. Neben der Stellenbezeichnung helfen einige Stichworte zum Stelleninhalt dem potentiellen neuen Arbeitgeber, die Tätigkeit besser einordnen zu können. Außerdem lassen sich so eventuell über den üblichen Zuschnitt der Stelle hinausgehende Sondertätigkeiten erwähnen.

Ausbildung

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Bewerbung sind die Angaben zur Ausbildung. Hierzu gehören die Schulbildung mit anschließender Ausbildung bzw. Studium, sowie relevante Fortbildungen, Aufbaustudien, Lehrgänge etc. Je mehr Berufserfahrung Du mitbringst, umso weniger musst Du bei der Ausbildung ins Detail gehen. Bei wenig Berufserfahrung oder sogar als Berufseinsteiger solltest Du dagegen hier ausführlich alle Vorzüge deiner Ausbildung benennen, um Dich so auch gegen erfahrene Mitbewerber gut zu positionieren. Der Fokus sollte dabei auf Aspekten liegen, die für die angestrebte Stelle auch tatsächlich relevant sind. Ein Zeugnis der Grundschule gehört ebenso wenig dazu, wie die Teilnahme an Fortbildungen, die keinen Bezug zur Stelle aufweisen. Was dagegen zwar nicht direkt Teil der Ausbildung ist, die Selbstdarstellung aber durchaus positiv hinsichtlich Selbstständigkeit und Arbeitserfahrung beeinflussen kann, sind Phasen der Orientierung, wie Work and Travel-Zeiten oder auch Praktika im Ausland.

Sonstige Angaben

Den letzten Block nehmen die so genannten sonstigen Angaben ein. Diese sonstigen Angaben lassen sich unterteilen in Angaben, die für den Hob dennoch interessant sein könnten und Angaben, die eher der Vervollständigung eines Bildes von Dir als Mensch dienen. Für die Arbeitsstelle relevant können etwas Sprachkenntnisse sein, sofern sie noch nicht bei der Ausbildung benannt wurde, oder auch die Mitgliedschaft in bestimmten Berufs- oder Interessenverbänden.
Rein privater Natur sind in der Regel Angaben zu Hobbys oder Vereinsmitgliedschaften. Dennoch können diese Angaben dem zukünftigen Arbeitgeber wertvolle Aufschlüsse über Deine Teamfähigkeit und Eigeninitiative geben.

Die Sortierung – chronologisch oder antichronologisch?

Damit hast Du alle wesentlichen Bestandteile deines Lebenslaufs zusammen. Doch in welcher Reihenfolge sind die einzelnen Angaben sinnvoll? Dafür gibt es kein Patentrezept. Die allgemeinen Daten zu deiner Person stehen nebst Foto üblicherweise am Beginn, während die sonstigen Angaben das Ende des Lebenslaufs darstellen. Dazwischen haben sich zwei verschiedene Sortierungen etabliert. Entweder kannst Du die Daten chronologisch von der Ausbildung über die früheren bis zur letzten Arbeitsstelle sortieren, oder Du folgst einer antichronologischen Reihenfolge. Dabei steht die letzte Arbeitsstelle zuerst und die erste Stelle zuletzt, gefolgt von der Ausbildung. Diese Reihenfolge hat den Vorteil, dass der Leser sofort die relevanten Angaben deiner jüngsten Vergangenheit sieht und erst danach die früheren, meist nicht mehr ganz so bedeutenden Angaben erhält. Wichtig ist dabei nur, dass Du die Art der Sortierung sowohl für die Arbeitsstellen als auch die Ausbildung beibehältst.

Allgemeine Präsentation mit Bezug zum Wunschjob

Obwohl der Lebenslauf sehr stark formal geprägt ist, hast Du gewisse Spielräume in der Darstellung deiner Fähigkeiten und Kenntnisse. Zwar sollten Deine Angaben selbstverständlich der Wahrheit entsprechen. Allerdings bist Du nicht verpflichtet, jedes noch so kleine Detail, das eventuell den ersten Eindruck deiner Fähigkeiten schmälern könnte, zu erwähnen. Es liegt an Dir zu gewichten, welche Angaben Du in welcher Ausführlichkeit benennen möchtest. Der Fokus sollte dabei aber immer auf der gewünschten Arbeitsstelle liegen.

Relevante Details bewusst in den Vordergrund stellen

Eine gute Möglichkeit, aus der Masse herauszustechen und auch abseits der harten Fakten zu überzeugen ist, bestimmte Details bewusst zu betonen. Das kann zum Beispiel ein bestimmtes Hobby sein, wenn Du der Meinung bist, dass sich daraus Vorzüge für deine berufliche Tätigkeit ergeben. Wichtig ist, dass die Gewichtung der Bestandteile im Lebenslauf insgesamt nicht zu sehr verschoben wird. Letztendlich sollten Beruf und Ausbildung trotzdem immer mehr Gewicht erhalten, als Hobbys und private Interessen.

Die Präsentation – formal meets kreativ

Eine besondere Möglichkeit, trotz formaler Vorgaben deinem Lebenslauf eine persönliche Note zu verleihen, ist die Art der gewählten Präsentation. Üblich ist zwar eine Länge von nicht mehr als zwei Seiten DIN A4. Je nach Branche, für die Du dich bewirbst, kannst Du aber auch eine alternative Darstellungsform wählen, die Deinen Lebenslauf von Vorn herein ins Auge stechen lässt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Art Flyer, bei der die verschiedenen Themenblöcke auf Vorder- und Rückseite bzw. die ausfaltbaren Seiten des Blattes verteilt sind? Gerade junge Branchen und Start-Ups geben Bewerbern mit solchen Ideen häufig den Vorzug vor dem altbekannten Schema.

Fazit

Der Lebenslauf folgt zu großen Teilen einer klar vorgegebenen Struktur. Nutze aber die verbleibenden Spielräume geschickt aus, um deine Stärken positiv zu betonen und eventuelle Schwächen geschickt in den Hintergrund treten zu lassen. Mit etwas Kreativität kann dein Lebenslauf so aus unzähligen anderen herausstechen und Dir den wesentlichen Vorteil im Stapel der Bewerbungen bringen.