Hobbys im Lebenslauf: Angeben oder nicht?

Hobbys im Lebenslauf: Angeben oder nicht?

Bei der Frage, ob ein Bewerber zu einem Arbeitgeber passt, kommt es nicht nur auf seine formellen Qualifikationen an. Auch seine Persönlichkeit ist für die Personalverantwortlichen ein Kriterium. Hobbys, die im Lebenslauf angegeben werden, sind diesbezüglich aufschlussreich. Aber ist es überhaupt noch zeitgemäß, Hobbys im Lebenslauf zu nennen? Was spricht dafür, was dagegen? Und welche Hobbys sind für den Lebenslauf geeignet? Hier erfährst du es.

Der Charakter des Bewerbers als Kriterium bei der Personalauswahl

Gerade große Unternehmen erhalten für eine freie Stelle oft zahlreiche Bewerbungen. Da die Kandidaten den Personalverantwortlichen in der Regel unbekannt sind, kann es schwierig sein, in der Fülle der Bewerber die richtige Entscheidung zu treffen. Besonders, wenn viele Bewerber vergleichbare fachliche Qualifikationen vorweisen können, kann die Persönlichkeit eines Bewerbers den Ausschlag geben.

Genau deshalb ist es üblich, Hobbys im Lebenslauf zu nennen. Wer einige ausgewählte Interessen anführt, transportiert damit einen Teil seiner Persönlichkeit. Aus solchen persönlichen Angaben können Personaler Rückschlüsse auf den Charakter eines Kandidaten ziehen – und damit auch auf seine Eignung für die freie Position und die Mitarbeit im Team. Das Zünglein an der Waage sind Hobbys im Lebenslauf in aller Regel nicht. Dennoch können sie einen Unterschied für deine Chancen machen, wenn sie das Interesse des Personalverantwortlichen wecken.

Immer wieder kommt die Frage auf, ob Hobbys überhaupt noch im Lebenslauf genannt werden sollten. Wie so oft kommt es darauf an; eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, um welche Hobbys und welchen Job es geht. Die folgenden Vor- und Nachteile, die mit der Angabe von Hobbys im Lebenslauf verbunden sind, solltest du kennen, bevor du dich für eine Variante entscheidest.

Hobbys im Lebenslauf angeben: Das spricht dafür

Ein Bewerber kann ein erstklassiges Studium absolviert, Auslandspraktika gemacht und einschlägige Berufserfahrung gesammelt haben. Auf dem Papier erfüllt er damit womöglich alle Kriterien der Personalauswahl. Trotzdem kann er sich als Fehlbesetzung herausstellen – weil seine Persönlichkeit nicht mit dem Rest des Teams harmoniert oder sie ihn schlicht daran hindert, seinen Job wie vom Arbeitgeber gewünscht auszuüben.

Längst haben Arbeitgeber erkannt, dass ein guter Mitarbeiter eine Person ist, die auch die charakterliche Eignung für eine Stelle mitbringt. Deshalb versuchen Personaler, im Vorfeld mehr über die Persönlichkeit der vielversprechendsten Kandidaten herauszufinden. Mit der Angabe von Hobbys im Lebenslauf hast du die Chance, in diesem Bereich zu punkten. Die richtigen Hobbys können dir Pluspunkte verschaffen.

Ob du Hobbys nennst oder nicht mag am Ende nicht darüber entscheiden, ob man dich zum Bewerbungsgespräch einlädt. Besonders viel Platz kostet dich die Nennung jedoch nicht – warum also nicht einfach einige aussagekräftige Hobbys und Interessen nennen? Solange du sicherstellst, dass die genannten Hobbys dir nicht zum Nachteil gereichen können, spricht wenig dagegen.

Hobbys im Lebenslauf angeben: Das spricht dagegen

Je nachdem, welche Hobbys du im Lebenslauf nennst, kann sich die Angabe jedoch auch als Eigentor herausstellen. Das wäre dann der Fall, wenn du Hobbys nennst, die der Personaler als negativ empfindet. Ebenfalls nicht förderlich für deine Chancen auf die freie Stelle ist es, wenn du Hobbys und Interessen angibst, die sich in ähnlicher Form wahrscheinlich in jedem zweiten Lebenslauf finden – etwa „lesen, Musik hören, Freunde treffen“. Für den Entscheidungsträger im Unternehmen hat eine solche Angabe keinen Mehrwert. Im schlimmsten Fall lässt sie dich etwas langweilig wirken.

Ein weiteres Argument, auf die Angabe von Hobbys und Interessen im Lebenslauf zu verzichten, ist die Tatsache, dass viele Bewerber hierbei nicht ganz ehrlich sind. Es hat sich längst herumgesprochen, dass man gut überlegen wollte, was man an dieser Stelle angibt. Viele Kandidaten nennen deshalb Interessen, mit denen es ihnen gar nicht so ernst ist, von denen sie sich aber Vorteile im Bewerbungsprozess erhoffen. Manche Personaler legen deshalb womöglich von vornherein wenig Wert auf die Freizeitaktivitäten, die Bewerber im Lebenslauf anführen. Gibst du vermeintliche Vorzeige-Hobbys an, kann ein solcher Personalverantwortlicher skeptisch werden.

Darum sollte die Auswahl von Hobbys für den Lebenslauf wohlüberlegt sein

Wenn du dich dafür entscheidest, Hobbys in deinen Lebenslauf aufzunehmen, solltest du nicht einfach das angeben, was dir als Erstes in den Kopf kommt. Viele Bewerber machen den Fehler, die Angabe ihrer Interessen stiefmütterlich zu behandeln – und schreiben zum Schluss gedankenlos irgendetwas auf. Wie deine Hobbys von einem möglichen Arbeitgeber aufgefasst werden, hängt davon ab, was du nennst und wie du deine Interessen beschreibst. Manches fällt positiv auf dich zurück, anderes wird neutral aufgefasst – und manche Hobbys haben aus Sicht von Personalern einen negativen Beigeschmack.

Überlege dir, welche ausgewählten Interessen du im Lebenslauf angeben möchtest. Beschränke dich dabei auf drei bis vier Hobbys – gibst du mehr an, wirken deine Angaben schnell beliebig. Bei der Auswahl von Hobbys für den Lebenslauf ist nicht nur wichtig, womit du dich tatsächlich besonders gerne oder häufig beschäftigst. Auch den Arbeitgeber und die freie Stelle solltest du im Hinterkopf behalten. Der Job, auf den du dich bewirbst, bestimmt darüber mit, welche Angaben förderlich sind und welche du vermeiden solltest.

Was sagen deine Interessen über dich aus?

Halte dir stets vor Augen, was deine Hobbys über dich aussagen. Vor allem auf Soft Skills können Personalverantwortliche daraus schließen. So kannst du über dein Engagement im Hockey-Verein deine Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, aber auch deinen Ehrgeiz unter Beweis stellen. Ein Ehrenamt spiegelt wider, dass du dich für andere einsetzt – und das auch dann, wenn du keine Entlohnung dafür enthältst. Damit ist die ehrenamtliche Tätigkeit ein Beleg für deine soziale Ader und deine Einsatzbereitschaft.

Wer Hobbys wie Golfen oder Segeln im Lebenslauf angibt, legt damit nahe, dass ihm an Kontakten in bestimmten Personenkreisen gelegen ist. Solche Hobbys dienen schließlich auch der Kontaktpflege.

Manche Hobbys lässt du besser weg, wenn du deinen Lebenslauf verfasst. Dazu gehören Sportarten, die mit einem hohen Verletzungsrisiko einhergehen – etwa Basejumping oder Paragliding. Sie können nicht nur problematisch sein, weil der mögliche Arbeitgeber befürchten könnte, dass du verletzungsbedingt ausfällst. In manchen Berufen, etwa in der Buchhaltung oder dem Controlling, ist Risikofreude zudem keine gefragte Eigenschaft, sondern eher von Nachteil.

Andere Hobbys bergen kein größeres Verletzungsrisiko, sollten aber trotzdem nur bedingt im Lebenslauf angegeben werden. Dazu zählen passive Aktivitäten wie Filme angucken, Musik hören oder Serien schauen. Verzichten solltest du nach Möglichkeit auch darauf, anzugeben, dass du gerne Computer- oder Konsolenspiele spielst. Ein interessierter Arbeitgeber könnte daraus schlussfolgern, dass du eher ein Einzelgänger und wenig aktiv bist.

Warum du keine Hobbys für den Lebenslauf erfinden solltest

Gerade, wenn du Hobbys in einer Bewerbung nennst, die wahrscheinlich auch viele Mitbewerber nennen, solltest du möglichst konkret werden. Falls möglich, schreibe etwa, welches Genre du am liebsten liest, welche Speisen du am liebsten kochst und wohin du gerne verreist. So stichst du eher hervor, der Personaler hat eher eine Vorstellung von deinem Charakter.

Bleib bei deinen Interessen unbedingt bei der Wahrheit. Weder solltest du ein Hobby erfinden, welches du gar nicht ausübst, noch solltest du ein Interesse wichtiger erscheinen lassen als es in Wahrheit für dich ist. Stell dich darauf ein, dass du im Vorstellungsgespräch auf deine Hobbys angesprochen wirst. Womöglich teilt einer deiner Gesprächspartner dein angebliches Interesse – und stellt bei Nachfragen schnell fest, dass du dich damit eigentlich gar nicht auskennst. In so einem Fall kann es gut sein, dass du dich selbst ins Aus beförderst.

Lebenslauf: Hobbys angeben – Beispiele

Wie können Hobbys im Lebenslauf angegeben werden? Die folgenden Beispiele geben dir eine Vorstellung davon, was möglich ist.

  • „Ehrenamtliche Hilfe in der Seniorenresidenz Sonnenhof, Tennis, Pflege meines Nutzgartens“
  • „Volleyballspielen beim SV Musterstadt, Modellbau (Flugzeuge)“
  • „Baglama spielen im Trio Arkadaslar, Comic-Zeichnungen anfertigen, Reisen durch Südosteuropa“

Bildnachweis: NDAB Creativity / Shutterstock.com