Zwei Menschen schütteln die Hände, was ist der erste Eindruck?

Erster Eindruck

„Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.“ Dieses Sprichwort wirkt vielleicht etwas abgedroschen, hat aber einen wahren Kern. Tatsächlich hat der erste Eindruck das Potenzial, eine Beziehung äußert nachhaltig zu prägen, was gerade im Job weitreichende Konsequenzen haben kann. Wir haben Tipps, wie ein guter erster Eindruck gelingt.

Der erste Eindruck: Was sagt die Psychologie?

In der Wissenschaft wurde das Phänomen des ersten Eindrucks häufig untersucht. Denn der erste Eindruck ist ein entscheidender Faktor in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Er ist dafür verantwortlich, wie wir andere Menschen wahrnehmen. Personen, die auf andere Menschen direkt sympathisch wirken, haben eine deutlich bessere Ausgangsposition für den weiteren Verlauf des Kontakts als solche, die auf den ersten Blick eher unsympathisch wirken.

Unterschiedliche Untersuchungen und Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der erste Eindruck sich schnell verfestigt. Abhängig von weiteren situativen und persönlichen Umständen kann der erste Eindruck von einer Person nämlich schon nach 100 Millisekunden feststehen. Das ist eine extrem kurze Zeitspanne.

Aus welchem Grund legen wir uns aber schon nach kurzer Zeit fest, ob wir eine Person sympathisch oder unsympathisch finden und welchen Gesamteindruck wir von der Person haben?

In der Psychologie werden Stereotype als ein möglicher Grund diskutiert, der dazu führt, dass wir uns teilweise in Millisekunden ein Bild von einer Person machen. Diese Stereotype sind wahrscheinlich ein Erbe der Evolution. In früheren Zeiten konnte es nämlich recht schnell mit dem eigenen Leben vorbei sein, wenn man das Gegenüber falsch eingeschätzt hat.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat sich daher vermutlich die Fähigkeit entwickelt, eine andere Person relativ zügig beurteilen zu können – Geschwindigkeit war dabei ein Überlebensvorteil.

Auch heute noch greifen wir daher gern auf Stereotype zurück, um uns möglichst schnell einen ersten Eindruck von der Person verschaffen zu können. In manchen Fällen können Stereotype hilfreich sein. Sie führen aber auch dazu, dass wir uns mitunter ein ganz falsches Bild von einer Person machen. Für die betreffende Person wird es dann sehr schwer, dieses Bild wieder zu korrigieren.

Der erste Eindruck zählt – nicht nur im Vorstellungsgespräch

Für Jobsuchende zählt der erste Eindruck. Sie müssen so schnell wie möglich die Personalentscheider davon überzeugen, dass sie die richtige Person für den Job sind. Darüber hinaus spielt aber auch die zwischenmenschliche Komponente eine wichtige Rolle.

Denn die Personalentscheider schauen nicht nur darauf, ob die Person alle fachlichen Voraussetzungen mitbringt, um den Job zu meistern. Sie sind auch bemüht, einen Mitarbeiter zu finden, der menschlich ins Team passt.

Und genau hier kommt der erste Eindruck ins Spiel. Kandidaten, die in den ersten Sekunden des Gesprächs nicht überzeugen können, haben aller Voraussicht nach die schlechteren Karten, den Job zu kommen.

Bewerber müssen sich daher bewusst sein, wie sie auf andere Personen wirken. Im Idealfall wissen sie außerdem, was sie tun müssen, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen.

Der erste Eindruck: So überzeugst du im Vorstellungsgespräch

Natürlich gilt es nicht nur im Vorstellungsgespräch, einen möglichst guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Auch darüber hinaus ist es sehr nützlich, wenn man weiß, wie man sich am besten verkauft und wie man auf andere Menschen sympathisch wirken kann.

Im Job (und natürlich auch im Privatleben) gibt es viele Situationen, in denen man mit Menschen in Kontakt kommt, die man zuvor noch nicht kannte. Einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, ist also in vielen Lebensbereichen entscheidend.

Der erste Eindruck zählt: Es kommt auf die Vorbereitung an

Insbesondere im Vorstellungsgespräch fallen Wissenslücken auf. Sorge daher unbedingt dafür, dass du dich vor dem Jobinterview umfassend vorbereitest. Dazu gehört nicht nur, dass du alle relevanten Informationen zu dem Unternehmen parat hast. Auch über die Personen, die mit dir am Tisch sitzen, solltest du Bescheid wissen.

Vielleicht findest du direkt auf der Webseite des Unternehmens oder bei einschlägigen Job-Netzwerken nützliche Informationen zu diesen Personen.

Informiere dich über deren beruflichen Hintergründe und Karrierewege. Vielleicht entdeckst du sogar Gemeinsamkeiten zwischen euch, die du (behutsam) im Vorstellungsgespräch anbringen kannst.

Die richtige Kleidung trägt zu einem guten ersten Eindruck bei

Mit einem angemessenen Kleidungsstil können Bewerber im Jobinterview ebenfalls punkten. Folgende Aspekte tragen zu einem professionellen ersten Eindruck bei und zeigen, dass dir das Gespräch und der Job wichtig sind:

  1. Dresscode: Achte darauf, dass die Kleidung, die du im Jobinterview trägst, dem Kleidungsstil entspricht, den auch die übrigen Mitarbeiter tragen. Im Zweifelsfall solltest du dich lieber ein wenig zu schick anziehen. Wenn du nicht sicher bist, welcher Dresscode im Unternehmen gilt, schaue dich auf der Firmenwebsite um oder frage in der Personalabteilung nach. Dort kann man dir bestimmt weiterhelfen.
  2. Ordentlichkeit: Deine Kleidung sollte sauber und gebügelt sein. Wenn du eine lange Anreise vor dir hast, solltest du deine Kleidung für das Vorstellungsgespräch lieber erst kurz vorher wechseln (zum Beispiel in einem Café, kurz bevor du zu deinem Termin gehst).
  3. Accessoires: Wenn du in deinem Alltag oder zu anderen Anlässen eher zu auffälligen Accessoires neigst, solltest du deine Wahl für das Jobinterview unbedingt überdenken.

Erster Eindruck und Körpersprache

Wie wir uns verhalten und was wir durch unsere Körpersprache ausdrücken, spielt eine wichtige Rolle in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Gerade dann, wenn noch nicht viel über dich bekannt ist, sind die Signale, die du mit deiner Körpersprache aussendest, sehr wichtig. Dein Gesprächspartner schaut dann sehr genau hin und ist froh über jeden kleinen Anhaltspunkt, den er von dir bekommen kann.

Was du vorab wissen solltest: Deine Körpersprache aktiv zu gestalten, ist gar nicht so einfach. Schließlich sind die Muster, Gesten und Gesichtsausdrücke, mit denen du kommunizierst, schon viele Jahre eingeübt. Übertreibe es daher nicht, wenn du deine Körpersprache bewusst anpassen möchtest. Versuche es zunächst mit kleineren Änderungen in deiner Gestik und Mimik, die nicht so auffällig sind und nicht unnatürlich wirken.

Wenn du dir zutraust, deine Körpersprache bewusst zu kontrollieren, und du schon ein wenig Übung hast, könnten dir folgende Punkte helfen, um beim Vorstellungsgespräch einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen:

  1. Achte auf deine Körperhaltung: In der Regel ist es unverdächtig und wirkt auch nicht aufgesetzt, wenn du dich um eine aufrechte und offene Körperhaltung bemühst. Damit zeigst du Selbstsicherheit. Außerdem solltest du den Blickkontakt zu deinem Gesprächspartner suchen und diesen halten. Vor allem in Situationen, in denen wir uns unwohl und unsicher fühlen, neigen viele von uns dazu, den Blickkontakt abzubrechen. Hältst du dem Blickkontakt jedoch stand, zeigst du, dass du dir deiner Sache bewusst bist und keine Angst vor ungewohnten Situationen hast. Das möchte ein Personaler sehen.
  2. Nutze Gesten sparsam: Zu viele Handbewegungen können von dem Gesagten ablenken. Achte daher darauf, Gesten kontrolliert einzusetzen – am besten nur zum Unterstreichen wichtiger Aussagen. Wenn es dir schwerfällt, auf Handbewegungen zu verzichten, kannst du einen Stift mit beiden Händen festhalten. So merkst du, wenn du kurz davor bist, ihn loszulassen, um zu gestikulieren, und kannst dies unterbinden.
  3. Höre aufmerksam zu: Achte nicht nur darauf, welche Signale du mit deiner Körperhaltung und deinen Gesten aussendest, sondern behalte immer auch deinen Gesprächspartner im Blick. Der Personalverantwortliche wird nämlich nicht nur darauf achten, was und wie du etwas sagst. Auch deine Reaktion auf seine Äußerungen ist für ihn wichtig. Davon versucht er abzuleiten, wie du auf die anderen Mitarbeiter im Team reagieren und dich einfügen wirst. Höre deshalb aktiv zu, gehe auf die Aussagen deines Gesprächspartners ein und stelle gezielte Nachfragen, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.

Bildnachweis: fizkes / Shutterstock.com


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