Eine Frau läuft bei einem Marathon in ein Ziel ein, ein Beispiel für Zielstrebigkeit

Zielstrebigkeit: ein wichtiger Soft Skill in der Bewerbung

Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist und Zuverlässigkeit sind einige der Eigenschaften, die Bewerber um einen neuen Job mitbringen sollten. Auch Zielstrebigkeit gehört dazu. Wie du diesen Soft Skill in der Bewerbung präsentieren kannst und wie du deine Zielstrebigkeit verbesserst, erfährst du hier.

Bedeutung: Was ist Zielstrebigkeit?

Zielstrebigkeit gehört zu den Schlüsselqualifikationen, die in Stellenanzeigen gern genannt werden. Denn wer zielstrebig ist, ist in der Lage, ein bestimmtes Ziel mit Beharrlichkeit und Entschlossenheit zu verfolgen.

Dazu muss man sich – so banal es auch klingt – zunächst ein Ziel setzen, das man zukünftig verfolgen kann. Und das so präzise wie möglich. Tatsächlich scheitern einige Personen schon daran. Sie nehmen sich zum Beispiel vor, im Jahr 2022 beruflich erfolgreicher zu sein.

Das klingt zunächst einmal nach einem ganz guten Vorsatz. Der Haken daran ist jedoch, dass sich der Vorsatz in dieser Art nicht umsetzen lässt. Denn worin besteht denn der berufliche Erfolg? Reicht eine gelungene Präsentation schon aus, um von einem erfolgreichen Jahr zu sprechen, oder will man die vorgegebenen Zahlen um zehn Prozent übertreffen? Beides können mehr oder weniger ambitionierte Ziele sein, die man erreichen möchte.

Doch ohne ein derartiges Ziel klar definiert und formuliert zu haben, läuft die Zielstrebigkeit ins Leere. Wer nämlich nicht weiß, worauf er hinarbeitet, kann keine passende Strategie entwickeln und sich keinen Plan zurechtlegen.

Personen, die über Zielstrebigkeit verfügen, starten daher in der Regel damit, dass sie zunächst ein Ziel festlegen, das sie erreichen möchten. Erst danach kümmern sie sich darum, wie sie an dieses Ziel gelangen können. Genau das ist eine Strategie, die viel erfolgversprechender ist als ein allgemein formulierter Vorsatz, wie beispielsweise im laufenden Jahr beruflich erfolgreicher zu sein.

Darum gehört Zielstrebigkeit zu den gefragten Soft Skills

Zielstrebigkeit bedeutet aber nicht nur, dass man bestimmte Ziele für sich formuliert, sondern auch, dass man gewillt ist, dieses Ziel mit Ausdauer und Konzentration zu verfolgen. Das jedenfalls besagt die gängige Definition. Und Arbeitgeber möchten genau das bei ihren Mitarbeitern sehen.

Denn mit Hartnäckigkeit und Geradlinigkeit, Eigenschaften, die mit der Zielstrebigkeit sehr eng verknüpft sind, verbinden viele Personaler auch ein hohes Maß an Ehrgeiz, Motivation und Disziplin. Disziplin ist zum großen Teil mit verantwortlich dafür, wie erfolgreich wir in unserem Leben sind. Studien zeigen sogar, dass Disziplin wichtiger ist als Intelligenz.

Aus diesen Gründen ist Zielstrebigkeit ein gefragter Soft Skill in Stellenbeschreibungen und Vorstellungsgesprächen und kann den Unterschied machen, ob sich der Personaler für oder gegen dich entscheidet.

Zielstrebigkeit hat weitere Vorteile

Übrigens ist Zielstrebigkeit nicht nur für die Karriere nützlich. Du profitierst auch ganz allgemein von einer gewissen Hartnäckigkeit. Der Psychologe Patrick Hill kam in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Menschen, die über ein gutes Maß an Zielstrebigkeit verfügen, gesünder sind als Menschen, die ohne klare Ziele leben.

Hill fand heraus, dass geradlinige Menschen eher auf gesunde Ernährung achten und außerdem körperlich fitter sind. Das hängt mit der Zielstrebigkeit zusammen. Wer sich zu Beginn des neuen Jahres das Ziel setzt, bis Ende März fünf Kilo weniger zu wiegen, erreicht dieses Ziel eben schneller, besser und nachhaltiger, wenn er über die nötige Zielstrebigkeit verfügt. Umgekehrt werden vermutlich diejenigen Personen, die eher wankelmütig, planlos oder unbeständig sind, das Ziel eher verfehlen und am Ende des Jahres nicht abgenommen haben.

Kann ich Zielstrebigkeit erlernen?

Wie bei so vielen anderen guten Eigenschaften auch, ist auch unser Talent zur Zielstrebigkeit trainierbar.

Zunächst einmal musst du lernen, dir ganz konkrete Ziele zu setzen. Weiter oben haben wir es bereits angesprochen. Es bringt nicht viel, wenn die Ziele so schwammig formuliert sind, dass du keinen klaren Plan erarbeiten kannst, um das Ziel zu erreichen.

Übrigens, um den Druck ein wenig zu reduzieren, kannst du damit anfangen, zunächst kleine Wochen- oder Tagesziele zu formulieren. Zum Beispiel so:

  • „Ende der Woche möchte ich mindestens einmal mit dem Rad zur Arbeit gefahren sein.“
  • „Bis Mittwoch möchte ich einmal ins Fitnessstudio gehen.“
  • „Noch heute rufe ich kurz bei meiner besten Freundin an und erkundige mich, wie es ihr geht.“

SMART Methode für Zielstrebigkeit

Eine bekannte Methode, um sich Zielstrebigkeit anzutrainieren, ist die sogenannte SMART-Methode. Die wird übrigens auch in anderen Zusammenhängen gern genutzt, daher schadet es nicht, wenn du dich mit dieser Methode etwas eingehender beschäftigst.

Die SMART-Methode heißt so, weil sie nach den Anfangsbuchstaben ihrer einzelnen Bestandteile benannt ist:

  • S = Spezifisch
  • M = Messbar
  • A = Attraktiv
  • R = Realistisch
  • T = Terminierbar

Schauen wir uns die einzelnen Bestandteile der SMART-Methode genauer an:

1. Spezifisch

Die spezifische Zielsetzung ist wichtig, damit du einen klaren Anhaltspunkt hast, was du in welchem Zeitraum erreichen möchtest. Statt dir Anfang des Jahres vorzunehmen, dass du ein wenig abnehmen möchtest, solltest du dieses Ziel präzise formulieren. Zum Beispiel: Bis Ende März 2022 möchte ich fünf Kilo weniger wiegen.

Du wirst sehen: Ziele, die du konkret formulierst, lassen sich einfacher in die Tat umsetzen, als schwammige Vorsätze. Letztere gibt man schneller wieder auf, weil man sie für sich nie klar definiert hatte.

2. Messbar

Hast du dein Ziel spezifisch genug formuliert, dürfte dieser Punkt leicht zu schaffen sein. Denn ob und wann du dein Ziel erreicht hast, ist dann messbar. In unserem Beispiel kannst du ganz leicht überprüfen, ob du im Februar auf einem guten Weg bist, die fünf Kilo abzunehmen.

Solltest du dagegen Anfang März merken, dass noch vier Kilo fehlen, musst du deine Strategie anpassen. Auch das merkst du aber nur, wenn dein Ziel messbar ist, und du daher den Erfolg überprüfen kannst.

3. Attraktiv

Attraktive Ziele sind solche, die du gern erreichen möchtest. Klar, auf Schokolade verzichten und fortan Sport zu treiben, ist auf den ersten Blick vielleicht nicht das, wovon du geträumt hast.

Auf der anderen Seite bedeuten fünf Kilo weniger auf der Waage jedoch, dass du wieder in deine alten Jeans passt und du der Schwimmbadsaison gelassen entgegenblicken kannst.

4. Realistisch

Die Motivation, die du durch das attraktive Ziel aufgebaut hast, kannst du ganz schnell verlieren, wenn dein Ziel zu unrealistisch ist. Um nicht den Mut zu verlieren und deine Zielstrebigkeit zu fördern, solltest du dir daher Ziele setzen, die dich zwar herausfordern, dich jedoch nicht überfordern. Fünf Kilo in 12 Wochen zu verlieren, sollte machbar sein.

5. Terminierbar

Auch der letzte Punkt der SMART-Methode trägt dazu bei, dass dein Ziel näher bestimmt wird. Indem du dir ein klares Datum setzt, fällt es dir leichter, auf das Ziel hinzuarbeiten. Ein konkretes Datum erhöht außerdem den Druck, das Ziel bis zu diesem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen. Ein wenig Zeitdruck hilft einigen Menschen dabei, etwas zielstrebiger an die Sache heranzugehen.

Zielstrebigkeit in der Bewerbung

Zielstrebigkeit gehört zu den sogenannten Soft Skills eines Kandidaten, der sich um eine neue Stelle bewirbt. Im Gegensatz zu den Hard Skills, den harten Fakten, lassen sich die Soft Skills nicht durch Abschlüsse oder Zertifikate belegen.

Das führt regelmäßig dazu, dass sich Bewerber die Frage stellen, wie sie Soft Skills wie beispielsweise die Zielstrebigkeit in der Bewerbung belegen können. Zunächst einmal gibt es die Option, den ehemaligen Arbeitgeber darum zu bitten, dass er deine Zielstrebigkeit im Arbeitszeugnis erwähnt. So wird dir von einer dritten Person bestätigt, dass du über diese Eigenschaft verfügst.

Du kannst solche Soft Skills, zu denen auch die Kommunikationsfähigkeit oder Eigenmotivation gehört, auch anhand konkreter Beispiele belegen. Diese Beispiele kannst du sowohl im Anschreiben als auch später im Vorstellungsgespräch vortragen.

Wenn du beweisen willst, wie groß deine Zielstrebigkeit ist, kannst du beispielsweise erzählen, dass du neben deinem Vollzeitjob eine Weiterbildung über zwei Jahre abgeschlossen hast. Oder aber du berichtest davon, dass du es während deines Studiums geschafft hast, eine weitere Fremdsprache im Selbststudium zu erwerben. Idealerweise passt das, was du dank deiner Zielstrebigkeit erreicht hast, perfekt zu der Stelle, um die du dich bewirbst. Und wenn nicht, kannst du damit zumindest beweisen, dass du in der Lage bist, selbst gesteckte Ziele ausdauernd zu verfolgen und sie zu erreichen. Genau das möchten Personaler sehen.

Bildnachweis: Martin Good / Shutterstock.com


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