Eine Grafik-Designerin bei der Arbeit, was sind kreative Jobs?

Kreative Jobs: Entfalte deine berufliche Kreativität

Videospiele entwickeln oder Inhalte für YouTube produzieren – viele Menschen träumen davon, einen kreativen Job zu ergattern. Allerdings sind nicht nur diese neuartigen Tätigkeiten etwas für dich, wenn du deiner Kreativität gerne freien Lauf lässt. Auch klassische Berufe bieten Raum für Kreativität. Wir haben uns angesehen, was Kreativität bedeutet, welche Berufe als besonders kreativ gelten und wie die Verdienstmöglichkeiten aussehen.

Kreativität: Was bedeutet sie eigentlich?

Wer an Kreativität oder kreative Berufe denkt, dem fallen vermutlich zuerst Musiker, Bildhauer oder vielleicht Schriftsteller ein. Für viele sind diese Beispiele die Inbegriffe kreativer Arbeit.

Das kommt der ursprünglichen Wortbedeutung auch recht nahe: Das Wort „Kreativität“ stammt vom Lateinischen „creare“ und bedeutet „erschaffen“ oder „hervorbringen“. In diesem Sinne sind eigentlich alle Berufe kreativ. Selbst ein Steuerberater, den man gemeinhin nicht unbedingt mit viel Kreativität assoziiert, bringt etwas hervor – zum Beispiel eine Steuererklärung.

Das zeigt bereits, dass sich unser heutiges Verständnis von Kreativität bei der Arbeit gewandelt hat. Wenn wir von kreativen Jobs sprechen, meinen wir heute eher Tätigkeiten, die etwas mit Kunst oder dem künstlerischen Bereich zu tun haben.

Beispiele für Jobs mit Kreativität

Schauen wir uns einige Jobs an, die wir mit Kreativität in Verbindung bringen:

  1. Grafikdesigner: Grafikdesigner erschaffen visuelle Elemente, mit denen sie eine bestimmte Botschaft übermitteln können. Sie überlegen sich in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden bestimmte Konzepte, mit denen die jeweilige Botschaft transportiert werden kann. Elemente, die dabei genutzt werden, sind zum Beispiel Grafiken oder Logos. Grafikdesigner entwickeln aber auch ganze Broschüren, Flyer oder Webseiten für ihre Auftraggeber.
  2. Content Creator: Je größer die Digitalwirtschaft wird, desto wichtiger wird der Job des Content Creators. Er entwickelt und produziert Inhalte für die Sozialen Medien. Das können Videos, Audioaufnahmen oder Texte sein. Inhalt und Form richten sich dabei nach der Zielgruppe, die der Content Creator erreichen möchte. Kreativ ist dieser Job, weil der Creator eigene Formate und Inhalte entwickeln sollte, um wirklich erfolgreich zu sein und sich von der Masse abzuheben.
  3. Werbetexter: Menschen, die sich neue Slogans oder ganze Kampagnen für Produkte und Dienstleistungen ausdenken, müssen ebenfalls ziemlich viel Kreativität mitbringen. Denn in der Werbung geht es in erster Linie darum, etwas zu erschaffen, das neugierig macht und Konsumenten dazu bringt, das Produkt oder die Dienstleistung zu kaufen. Das gelingt nur schlecht, wenn man mit langweiligen Sätzen und Kampagnen wirbt, welche die Konsumenten schon x-Mal gesehen und gehört haben.
  4. Architekt: Auch Architekten benötigen ein gutes Maß an Kreativität für ihren Job. Ihre Aufgabe besteht darin, Pläne zu entwerfen, wie bestehende Gebäude umgebaut oder ganz neue Gebäude geschaffen werden können. Manche Auftraggeber wünschen sich Bauwerke, die sich deutlich von ihrer Umgebung und bisherigen Gebäuden abheben. In diesem Fall müssen sich Architekten etwas einfallen lassen – und dafür brauchen sie Kreativität.
  5. Tätowierer: Wer ein Tattoo entwerfen und in die Haut stechen will, der sollte zumindest ein gewisses Maß an künstlerischem Geschick haben. Andernfalls könnte das Ergebnis enttäuschend sein. Da Tätowierer keine Ausbildung absolvieren müssen, sollten Kunden besonders sorgfältig bei der Auswahl ihres Tattookünstlers sein.

Job mit Kreativität: Die Herausforderungen

Ein Job, der viel Raum für Kreativität lässt, klingt für viele nach einer großartigen Sache. Wer sich nicht vorstellen kann, sein Leben lang beispielsweise als Steuerfachangestellter oder Sachbearbeiter zu arbeiten, findet möglicherweise in einem kreativen Job einen Ausweg.

Jedoch gibt es auch bei kreativer Arbeit einige Dinge zu beachten. Denn kreative Jobs bringen nicht nur Vorteile mit sich. Schauen wir uns an, welche Herausforderungen bei Berufen, die viel Kreativität erfordern, warten können:

  • Druck: In einem kreativen Job wird permanent Kreativität gefordert. Ein Content Creator, dem wochenlang kein Content einfällt, wird mit seinem Auftraggeber Probleme bekommen. Dabei ist es ganz normal, nicht immer gleichermaßen kreativ sein zu können. Zeiten, in denen neue Ideen und kreative Konzepte nicht mühelos entstehen, sollte man immer einplanen. Das kann bei manchen Personen einen beachtlichen Druck aufbauen. Vor allem dann, wenn der Auftraggeber eine Deadline gesetzt hat, bis zu der das Projekt unbedingt umgesetzt werden muss.
  • Bewertung: Für kreative Arbeit gibt es nur bedingt objektive Bewertungskriterien. Ob dem Kunden ein Video oder ein Bild gefällt, hängt stark von den individuellen Vorlieben des Kunden ab. Für kreative Menschen kann das ein großes Problem sein. Sie finden ihre Arbeit gut und freuen sich darüber, ihr Ergebnis zu präsentieren. Möglicherweise ist der Kunde aber nicht begeistert und kann nicht einmal konkret sagen, was ihm nicht gefällt.
  • Frust: Häufige negative Rückmeldungen und fehlende objektive Bewertungskriterien lassen einige kreativ tätige Personen an ihren Fähigkeiten zweifeln. Woher sollen sie wissen, ob ihre Arbeit wirklich gut ist und der Auftraggeber einfach nur einen anderen Geschmack hat?
  • Veränderungen: Gerade kreative Jobs, die sich auf das Internet konzentrieren, sind vielen Veränderungen unterworfen. Trends und Technologien ändern sich förmlich täglich. Wer gut in seinem Job sein und bleiben möchte, muss Schritt halten. Das führt zu noch mehr Druck bei der täglichen Arbeit, da es Zeit kostet, sich mit Veränderungen auseinanderzusetzen und neue Technologien zu erlernen und einzusetzen. Diese Zeit fehlt dann häufig für die eigentliche kreative Tätigkeit.

Kreativität bei der Arbeit: Die Vorteile

Kreativität im Job hat auf der anderen Seite natürlich auch ihre positiven Aspekte:

  • Selbstverwirklichung: Zunächst einmal bietet ein Job, der Kreativität zulässt, gerade für kreative Menschen die Möglichkeit, sich so zu entfalten, wie sie es gerne möchten. Das kann zu mehr Motivation im Job und besseren Arbeitsergebnissen führen. Im besten Fall ist die Person außerdem zufriedener mit sich und ihrem Leben.
  • Vielfältigkeit: Kreative Jobs sind häufig abwechslungsreicher als solche, bei denen einfach nur Vorschriften befolgt werden müssen und der Arbeitstag immer nach dem gleichen Schema abläuft. Das verhindert, dass du dich langweilst und die Lust an der Arbeit verlierst.
  • Flexibilität: Viele kreative Berufe können von überall aus erledigt werden. Personen, die einen solchen Job haben, können sich ihre Zeit häufig so einteilen, wie es ihnen am besten passt. Gerade wenn Kreativität im Job gefordert ist, ergibt das Sinn. Denn meist kommen die guten Ideen nicht auf Knopfdruck.

Kreative Jobs: Wie viel kann man verdienen?

Angesichts der Vielfalt kreativer Jobs lässt sich pauschal nicht sagen, wie viel Geld du in solchen Positionen verdienen kannst. Die Bezahlung hängt nicht nur von deiner Tätigkeit, sondern auch von deiner Erfahrung und in manchen Fällen auch von deinem Wohnort ab. In München benötigst du zum Beispiel mehr Geld zum Leben als in einem kleinen Dorf in Ostdeutschland.

Zu den gut bezahlten kreativen Jobs gehören Tätigkeiten im Marketing. Das Durchschnittsgehalt liegt ungefähr bei 45.000 Euro jährlich. Jedoch gilt auch hier, dass du mit einem abgeschlossenen Studium deutlich mehr verdienst als mit einer Ausbildung. Machst du den kreativen Job ganz ohne Ausbildung, musst du mit einem geringeren Einkommen rechnen.

Auch Fotografen verdienen häufig nicht schlecht. Natürlich hängt auch das davon ab, wo du einen Job bekommst und wie gut dein Arbeitgeber dich bezahlen kann. Der Mittelwert für Fotografen liegt bei etwa 40.000 Euro.

Architekten liegen, was das Gehalt betrifft, gar nicht so weit über Fotografen und gruppieren sich eher bei Marketingfachkräften ein. Das durchschnittliche Gehalt eines Architekten in Deutschland beträgt ungefähr 47.000 Euro.

Arbeitest du als Freelancer, kannst du deinen Stundensatz und damit dein monatliches Einkommen zum großen Teil selbst bestimmen. Du musst dich natürlich an den Marktbedingungen orientieren. Wenn es viele Personen gibt, welche die gleiche Dienstleistung anbieten, wirst du nicht so großzügig in deiner Kalkulation sein können.

Natürlich kommt es auch als Freelancer auf deine Erfahrung und deine Arbeit an. Wenn du schon lange selbstständig bist, mit namhaften Kunden zusammengearbeitet und gute bis sehr gute Ergebnisse abgeliefert hast, wirst du dein Einkommen nach und nach steigern können.

Das gilt vor allem für Content Creators, die Millionen verdienen können, wenn sie es schaffen, mit ihren Inhalten viele Menschen zu erreichen und eine große Zahl an Followern hinter sich zu versammeln. Dann zahlt sich die Kreativität im Job auch finanziell aus.

Bildnachweis: Pixel-Shot / Shutterstock.com


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