Bewerbung auf einen Minijob: Musteranschreiben & Tipps

Bewerbung auf einen Minijob: Musteranschreiben & Tipps

Auch bei einer Bewerbung auf einen Minijob gibt es einige formale Vorgaben, an die sich Bewerber halten sollten. Welche das sind und wie du ein erfolgsversprechendes Anschreiben für einen Minijob formulierst, erfährst du in diesem Artikel.

Minijob: Was ist das überhaupt?

Ein Minijob ist eine Tätigkeit, bei der du nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienst. Du darfst also bis zu 5.400 Euro im Jahr mit einem Minijob dazu verdienen. Daher wird der Minijob häufig auch als geringfügige Beschäftigung bezeichnet. Übrigens kommt es dabei nicht auf deine Arbeitszeit an. Die tatsächliche wöchentliche oder monatliche Stundenanzahl ist nicht ausschlaggebend, sondern einzig und allein der Verdienst. Dieser entscheidet, ob du einen Minijob ausübst oder nicht.

Der große Vorteil eines Minijobs ist, dass du keine Steuern zahlen musst. Allerdings müssen Arbeitnehmer, die einen Minijob haben, seit ein paar Jahren in die Rentenversicherung einzahlen. Ein Eigenanteil von 3,6 Prozent ist aktuell vorgesehen und kann durchaus sinnvoll sein. Denn so zahlst du trotz geringem Verdienst einen kleinen Beitrag in die Rentenkasse ein. Im Alter kann sich das bemerkbar machen.

Wenn du allerdings keinen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen möchtest, kannst du einen Antrag stellen und dich davon befreien lassen. Überleg dir diesen Schritt jedoch gut, denn 3,6 Prozent sind nicht viel Geld und du erwirbst damit Ansprüche aus der Rentenversicherung.

Unterschied: 450-Euro-Job und kurzfristiger Minijob

Es gibt einen Unterschied zwischen einem klassischen Minijob und einem kurzfristigen Minijob. Der offensichtlichste Unterschied ist der folgende:

Bei einem herkömmlichen Minijob ist der Verdienst die entscheidende Größe. Das bedeutet, dass du diesen Nebenjob langfristig ausüben kannst, dabei monatlich aber nicht mehr als 450 Euro verdienen darfst.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Minijobs, die nur für einen bestimmten Zeitraum gelten. Pro Kalenderjahr darfst du bei dieser Art des Nebenjobs nicht mehr als 70 Arbeitstage oder drei Monate arbeiten. Die tatsächliche Höhe des Verdiensts spielt hier allerdings keine Rolle. Besonders Schüler und Studenten übernehmen diese Minijobs häufig in den Ferien. So können sie in einem begrenzten Zeitraum Geld verdienen, ohne viele steuerrechtliche Regelungen beachten zu müssen.

Regelungen bei 450-Euro-Jobs

Auch für Minijobber gelten die Regelungen des Arbeitsrechts. Die folgenden solltest du kennen:

  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: Solltest du einen Minijob haben und krank werden, hast du Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Das bedeutet, dass du wie andere Angestellte auch weiterhin Geld bekommst, wenn du wegen einer Krankheit nicht am Arbeitsplatz erscheinen oder deine Arbeit nicht aus dem Homeoffice erledigen kannst.
  • Urlaubsanspruch: Minijobber, die regelmäßig bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, haben einen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Wie viel Urlaubsanspruch du hast, hängt von der Anzahl der Tage ab, die du in deinem Minijob wöchentlich arbeitest.
  • Gesetzliche Unfallversicherung: Sollte dir als Minijobber auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Arbeit ein Unfall passieren, bist du über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert und bekommst die gleichen Leistungen, die Vollzeit- oder Teilzeitangestellte auch bekommen.
  • Kündigungsfrist: Die Kündigungsfrist beträgt vier Wochen und tritt zum Monatsende oder den 15. des Monats in Kraft. Wie bei anderen Arbeitsverhältnissen auch haben beide Seiten, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ein Recht auf eine außerordentliche, fristlose Kündigung.

Bewerbung auf einen Minijob: Wie mache ich das?

Auch eine Bewerbung auf einen Minijob sollte bestimmten formalen Ansprüchen genügen. Als Daumenregel kannst du dir merken: Eine Bewerbung auf einen 450-Euro-Job sollte so gestaltet sein, wie eine Bewerbung um eine Vollzeitstelle.

Wenn du umfangreiche Bewerbungsunterlagen für einen Minijob einreichst, zeigst du dem Arbeitgeber, dass du motiviert bist und Arbeit nicht scheust. Denn eine komplette Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf ist auf jeden Fall mehr Arbeit als eine Kurzbewerbung per E-Mail.

Doch der Aufwand lohnt sich. Denn mit vollständigen und aktuellen Bewerbungsunterlagen stehen deine Chancen besser, dass du den Minijob bekommst – schließlich ist die Bewerbung immer noch das erste, was dein Vorgesetzter oder der Personalverantwortliche von dir zu sehen bekommt.

Zu einer Bewerbung auf einen Minijob gehören also:

Wenn du dich um einen Minijob bewirbst, zählen nur die Zeugnisse und Referenzen, die für den aktuellen Job relevant sind. Arbeitszeugnisse aus anderen Branchen, die mit dem Minijob nichts zu tun haben, müssen daher nicht zwingend in der Bewerbung um einen Minijob mit aufgeführt werden.

Anschreiben für eine Bewerbung um einen 450-Euro-Job

Wie bei anderen Bewerbungen dürfte wohl auch bei einer Bewerbung um einen Minijob das Anschreiben die größte Herausforderung sein. Denn beim Anschreiben geht es darum, deinem potentiellen Arbeitgeber zu zeigen, dass du die richtige Person für den Minijob bist.

  • Stelle einen Bezug zum Unternehmen her: Schaue dir die Stellenausschreibung genau an und gehe möglichst detailliert auf die Anforderungen ein. Dein Anschreiben muss belegen, welche Anforderungen du mitbringst. Gleichzeitig solltest du dem Personalverantwortlichen in nur wenigen Zeilen deutlich machen, dass du den Minijob besser als die Konkurrenz ausüben kannst. Welche Erfahrungen hast du bereits gesammelt und welche Fähigkeiten zeichnen dich aus?
  • Vermeide Floskeln: Statt zu schreiben, dass du motiviert und teamfähig bist, solltest du dies anhand konkreter Beispiele belegen. Trainierst du beispielsweise in deiner Freizeit ehrenamtlich eine Jugendmannschaft, dann gehört das in die Bewerbung hinein. Behauptungen ohne konkrete Belege haben dagegen nichts in der Bewerbung verloren. Sie wirken nichtssagend und tragen daher kaum dazu bei, dass du als außergewöhnlicher Bewerber wahrgenommen wirst.

Anschreiben für eine Bewerbung um einen Minijob: der Aufbau

Neben dem Inhalt ist auch der korrekte Aufbau des Anschreibens wichtig. Glücklicherweise unterscheidet sich eine Bewerbung um einen Minijob auch in dieser Hinsicht nicht von anderen Bewerbungen.

Das Anschreiben für eine Bewerbung um einen Minijob sieht daher folgendermaßen aus:

  1. Einleitung: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige für … gelesen.“ Das klingt nicht nur langweilig, sondern wirkt auch unmotiviert. Stattdessen sollte dein Anschreiben so beginnen, dass der Personalverantwortliche unbedingt weiterlesen möchte. Je nach Branche darf hier auch etwas lockerer formuliert werden. Vor einigen Jahren war ein Bewerber beispielsweise sehr erfolgreich, der in seinem ersten Satz davon abriet, ihn einzustellen. Ein gewagtes Vorgehen, das allerdings überzeugen konnte. Auch wenn du diesen Schritt vielleicht nicht gehen möchtest, solltest du die Zeit investieren, um einen wirklich überzeugenden Einstieg in deine Bewerbung um einen Minijob zu finden. Nur so kannst du aus der Masse der übrigen Bewerber hervorstechen.
  2. Selbstpräsentation: In diesem Teil deines Anschreibens auf einen 450-Euro-Job, musst du dich bestmöglich präsentieren. Wo liegen deine Stärken und welche Fähigkeiten bringst du mit, die dich zur geeigneten Besetzung für den Job machen.
  3. Unternehmensbezug: Im nächsten Schritt solltest du dem Personaler klar machen, was er davon hat, wenn er dich als Minijobber einstellt. Du solltest also gute Argumente parat haben, warum du dich gerade bei dieser und keiner anderen Firma bewirbst. Hier kannst du übrigens auch an deine Einleitung anknüpfen. Kennst du die Firma vielleicht über Verwandte oder Freunde, die dort arbeiten? Hast du positive Dinge über die Arbeit gehört? Interessiert dich das Tätigkeitsfeld des Unternehmens oder möchtest du die Branche näher kennenlernen? Das sind nur einige der Fragen, die du beantworten kannst, um deiner Bewerbung auf einen Minijob eine persönliche Note zu geben.
  4. Schluss: Zum Schluss deiner Bewerbung um einen Minijob solltest du darauf hinweisen, dass du dich über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freust. Nutze den Indikativ: „Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen“ oder einen vergleichbaren Satz. Verzichte auf die Formulierung im Konjunktiv: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich freuen.“

Vorlage: Muster für ein Anschreiben um einen 450-Euro-Job

Wenn du unsere Tipps beherzigst, könnte dein Anschreiben für einen Minijob beispielsweise so aussehen:


Max Mustermann
Musterstraße 21
12345 Musterstadt
max.mustermann@muster.de
0123/ 23412343

Musterstadt, 29.Oktober 2020

Bewerbung um die Stelle als Minijobber

Sehr geehrter Herr Kraus,

Ihr Unternehmen braucht keine Mitarbeiter, die sich mit vollem Eifer einsetzen? Dann können Sie meine Bewerbungsunterlagen sofort zur Seite legen. Sollten Sie allerdings tatkräftige Unterstützung im Bereich Produktion suchen, bin ich Ihr Mann!

Schon seit einigen Jahren arbeite ich in den Semesterferien in der Produktion eines großen Automobilzulieferers – und das sehr erfolgreich, wie Sie meinen Referenzen entnehmen können.

Nun bin ich auf der Suche nach einem Minijob in diesem Bereich, da ich regelmäßiger arbeiten möchte. Dass Sie aktuell auf der Suche nach Verstärkung sind, freut mich sehr, denn ich verfolge die Erfolgsgeschichte Ihres Unternehmens schon seit vielen Jahren und wollte schon immer Teil davon sein.

Aufgrund meiner langen Erfahrung, die ich bereits in der Produktion sammeln konnte, bin ich die perfekte Ergänzung für Ihr Team. Außerdem ist mir die Baugruppe, die Sie herstellen, bereits bekannt, sodass eine lange Einarbeitungszeit entfällt.

Ich freue mich auf die Möglichkeit, Sie bei einem persönlichen Gespräch kennenzulernen.

Herzliche Grüße

(Unterschrift)
Max Mustermann


Bewerbung auf einen 450-Euro-Job: der Lebenslauf

Der Lebenslauf einer Bewerbung ist in aller Regel schneller geschrieben als das Anschreiben. Denn in einem Lebenslauf kommt es hauptsächlich darauf an, dass du die Fakten korrekt wiedergibst.

Dabei stehen dir zwei Optionen zur Wahl: Entweder du entscheidest dich für einen chronologischen Lebenslauf und schilderst deinen Werdegang der Reihe nach oder du wählst den antichronologischen Lebenslauf und startest mit deiner aktuellsten beruflichen oder schulischen Station. Diese Form des Lebenslaufs hat einige Vorteile, denn damit erkennt der Personalverantwortliche auf den ersten Blick, welchen Job du aktuell ausübst – und das ist in der Regel das, was ihn interessiert.

Unabhängig davon, für welche Darstellungsform du dich entscheidest, gibt es einige Punkte, die unbedingt in den Lebenslauf hineingehören:

  • Persönliche Daten: Dazu gehören der komplette Name, die aktuelle Anschrift, Geburtsdatum und -ort sowie eine aktuelle Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
  • Familienstand, Kinder und Staatsangehörigkeit: Diese Angaben sind optional, da sie unter das Antidiskriminierungsgesetz fallen. Sofern du Kinder hast und dies angeben möchtest, sollest du den Zusatz „Betreuung gesichert“ in deinen Lebenslauf schreiben. Natürlich nur, wenn das auch der Fall ist. Arbeitgeber möchten nämlich wissen, ob du relativ flexibel eingesetzt werden kannst. Gerade als Minijobber ist Flexibilität gefragt.
  • Werdegang: Der eigentliche Lebenslauf startet damit, dass du deine beruflichen Stationen erwähnst. In welcher Reihenfolge du das machst, bleibt dir überlassen.
  • Schulbildung: Nach den beruflichen Stationen folgt die Schulbildung. Hier genügt der höchste Abschluss, den du erreicht hast. Die Grundschule musst du nicht erwähnen. Zu diesem Punkt gehört auch eine Ausbildung oder ein Studium.
  • Fähigkeiten und Qualifikationen: Diesen Bereich des Lebenslaufs kannst du dazu nutzen, bestimmte Fähigkeiten hervorzuheben, die dir in dem Minijob helfen könnten. Hier gilt es daher, gezielt auszuwählen und nicht wahllos alle Qualifikationen aufzuführen.
  • Hobbys: Auch Hobbys und Interessen werden im Lebenslauf aufgeführt. Besonders gern lesen Personaler ehrenamtliche Tätigkeiten, die du ebenfalls an dieser Stelle erwähnen kannst.
  • Ort, Datum und Unterschrift: Der Lebenslauf endet mit ein paar formalen Angaben. Der Ort plus das aktuelle Datum sowie deine Unterschrift gehören dazu.

Darauf solltest du bei einer Bewerbung auf einen Minijob achten

Auch bei einer Bewerbung auf einen 450-Euro-Job ist Sorgfalt gefragt. Daher solltest du deine Bewerbung unbedingt gründlich Korrektur lesen, bevor du sie abschickst. Dazu gehört auch, dass du einen genauen Blick auf den Namen deines Ansprechpartners und vor allem das Datum wirfst. Denn eine Bewerbung, die schon einige Monate alt ist, macht überhaupt keinen guten Eindruck.

Sofern du die Bewerbung auf einen Minijob per Post versendest, achte auch darauf, dass du hochwertiges Papier benutzt. Dünnes Papier kann den Anschein erwecken, als wolltest du bei deiner Bewerbung sparen – und das möchtest du dem Personaler nicht vermitteln.

Schickst du deine Bewerbungsunterlagen stattdessen per E-Mail, achte darauf, dass die einzelnen Dokumente korrekt bezeichnet sind. Am besten ist es, wenn du die einzelnen Dokumente in einer PDF-Datei zusammenfügst. Das wirkt strukturiert und organisiert.

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