Mehrere Menschen bei einem Debriefing

Debriefing: So läuft die Nachbereitung ab

In einem Debriefing – einer Nachbesprechung – wird ein Projekt, ein Event oder ein Meeting noch einmal reflektiert. Es dient dazu, positive sowie negative Ergebnisse festzuhalten und aus den Fehlern zu lernen. Ein gut gemachtes Debriefing kann also dem Unternehmen Geld sparen und außerdem dabei helfen, dass man als Mitarbeiter nicht die gleichen Fehler macht wie schon viele Kollegen vor einem. Was zu einer guten Nachbereitung gehört, verraten wir hier.

Definition Debriefing: Was versteht man unter einem Debriefing?

Klassischerweise meint man mit dem Begriff Debriefing, dass ein bestimmtes Ereignis noch einmal strukturiert nachbesprochen wird. Dabei werden sowohl positive als auch negative Erfahrungen festgehalten, um aus diesen zu lernen.

Alle Teilnehmer des Debriefing sollten daher ihre gesamten Eindrücke schildern. Diese werden gebündelt gesammelt und in einem abschließenden Schritt reflektiert und bewertet. Im Idealfall werden in dem Debriefing Maßnahmen definiert, wie sich zukünftig Prozesse verbessern lassen.

Woher kommt der Begriff Debriefing?

Der Begriff Debriefing hat seine Wurzeln in der englischen Sprache. Auch ein anderer englischer Begriff wird häufig in beruflichen Zusammenhängen genutzt: das Briefing. Damit meint man eine Zusammenfassung der Aufgaben und wichtigsten Informationen vor einem Projekt oder Arbeitsschritt.

Während man den Begriff „Briefing“ also mit „Einweisung“ übersetzen kann, bietet sich für das Wort „Debriefing“ die Übersetzung „Nachbereitung“ oder „Nachbesprechung“ an.

Der Ablauf: Was gehört zu einem Debriefing?

Meist findet das Debriefing im Rahmen eines Meetings statt. So kann man alle Personen, die an dem Projekt oder der Aufgabe beteiligt waren, zu einem festen Zeitpunkt versammeln.

Wenn der Vorgesetzte es nicht von sich aus anregt, kannst du als Mitarbeiter auch alleine ein Debriefing durchführen. Das geht jedoch nur wenn du weißt, was zu einem Debriefing dazu gehört.

Leitfragen in einem Debriefing

In der Regel kommt man zu den gewünschten Erkenntnissen, indem man die folgenden W-Fragen beantwortet:

  1. Was ist gut gelaufen?
  2. Was ist schlecht gelaufen?
  3. Warum ist es gut oder schlecht gelaufen?
  4. Was könnte man tun, um Probleme zu verhindern?
  5. Was könnte man tun, um beim nächsten Mal ähnlich gute Ergebnisse zu bekommen?

Die Vorteile des Debriefing: Darum solltest du eine Nachbesprechung machen

Eine Nachbesprechung kann eine ganze Reihe von Vorteilen haben – nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die beteiligten Mitarbeiter. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden Pluspunkte:

  • Deine Motivation kann sich erhöhen, wenn du deine Leistung kritisch reflektierst. Denn zu der Reflexion gehört auch, dir selbst auf die Schulter zu klopfen, wenn etwas gut gelungen ist. Ein verdientes Eigenlob kann dem Selbstbewusstsein einen Schub geben und dazu beitragen, dass du deine Arbeitsaufgaben mit mehr Elan angehst.
  • Ist dein Vorgesetzter in dem Meeting dabei und hört, wie gut bestimmte Arbeitsschritte dank dir gelaufen sind, ist das ein weiterer Vorteil des Debriefing. Denn nur die wenigsten Mitarbeiter werden sich vermutlich selbst vor dem Vorgesetzten loben. Kommen deine guten Leistungen jedoch im Rahmen des Debriefing zur Sprache, ist das ein schöner Umweg, um deine Performance hervorzuheben.
  • Das Debriefing funktioniert nicht ohne Rückmeldungen. Wenn der Leiter der Nachbesprechung darauf achtet, dass sich alle Kollegen an die Feedbackregeln halten, kann das Debriefing die Kommunikation innerhalb des Teams verbessern.
  • Das Debriefing besteht nicht nur darin, gemeinsam festzuhalten, was nicht gut gelaufen ist. Idealerweise schaut man sich die weniger gut verlaufenen Prozesse an und versucht, gemeinsam als Team Verbesserungen daraus abzuleiten.

Die Umsetzung: So kann ein erfolgreiches Debriefing gelingen

Wenn ein Debriefing neu in die Firmenkultur eingeführt wird, kann der Start mitunter ein wenig holprig verlaufen. Vorgesetzte oder die für das Debriefing verantwortlichen Mitarbeiter können jedoch einige Schritte unternehmen, um den Nachbereitungsprozess erfolgreich zu gestalten. Zum Beispiel:

  1. Eine offene Atmosphäre schaffen: Der Vorgesetzte oder Leiter der Nachbesprechung kann mit gutem Beispiel voran gehen und offen über eigene Fehler sprechen. Das kann anderen Mitarbeitern die Scheu nehmen, eigene Fehler zuzugeben.
  2. Auf Feedbackregeln hinweisen: Wenn die Rückmeldung im Rahmen des Debriefing anhand der Feedbackregeln gegeben wird, ist für eine wertschätzende Kommunikation gesorgt. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich eine Kultur durchsetzt, in der Mitarbeiter offen über Fehler sprechen können. Es muss das Bewusstsein dafür wachsen, dass Fehler vorkommen. Wichtig ist, wie man mit den Verfehlungen umgeht und vor allem, welche Schlüsse man daraus zieht.
  3. Wichtige Erkenntnisse gut sichtbar festhalten: Damit keine Ergebnisse unter den Tisch fallen, sollten diese schriftlich festgehalten werden. So ist sichergestellt, dass alle Beteiligten die gleichen Informationen haben und aus den Erkenntnissen lernen können.
  4. Zu Beginn nachsichtig sein: Nur in ganz seltenen Fällen funktioniert alles sofort so, wie man es aus der Ratgeberliteratur kennt. Der Leiter der Nachbesprechung aber auch jeder einzelne Mitarbeiter sollte daher nicht zu viel erwarten und den Prozess als solchen begreifen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – das gilt auch für das Debriefing. Wenn man den Prozess nicht mit unrealistischen Erwartungen überfrachtet, stehen die Chancen besser, dass das Debriefing seine vielen Vorteile für das Unternehmen und die Mitarbeiter entfalten kann.

Bildnachweis: Jacob Lund / Shutterstock.com


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