Ein Mann liest Dokumente, wie kann man Spenden von der Steuer absetzen?

Spenden von der Steuer absetzen: Tipps & Informationen

Wer anderen Geld- oder Sachspenden zukommen lässt, kann sich seinen Einsatz für die gute Sache sogar vom Finanzamt erstatten lassen und seine Spenden von der Steuer absetzen. Allerdings muss man dabei bestimmte Vorgaben einhalten und auf den Höchstbetrag achten.

Spenden von der Steuer absetzen: Wie gelingt es?

Wie man als deutscher Steuerzahler eine Spende von der Steuer absetzen kann, ist klar geregelt. Um die Zuwendung steuerlich geltend machen zu können, müssen verschiedenen Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Die Spende erfolgt freiwillig. Die Person, die spendet, erwartet dafür also keine Gegenleistung.
  2. Um die Spende von der Steuer absetzen zu können, muss sie an eine Organisation gehen, die steuerlich begünstigt ist. Das können zum Beispiel Stiftungen, Kirchen, gemeinnützige Vereine oder auch politische Partien sein.
  3. Der Steuerzahler, der die Spende von der Steuer absetzen möchte, muss einen Nachweis über die Spende haben. Diesen Nachweis kann man von der Organisation erhalten, an die man gespendet hat. Offiziell heißt dieser Nachweis „Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster“, umgangssprachlich nennt man ihn einfach „Spendenbescheinigung“.

Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, kannst du deine Spende in deiner Steuererklärung angeben. Wie das genau funktioniert, erklären wir später in diesem Artikel.

Achtung: Dieser Artikel ist weder eine Rechts- noch eine Steuerberatung. Wir sind keine Experten auf den genannten Gebieten, sondern geben lediglich allgemeine Zusammenhängt wieder, um eine oberflächliche Einschätzung zu ermöglichen. Bei konkreten Fragen solltest du dich an einen Fachmann oder eine Fachfrau wenden.

Welche Spenden sind absetzbar?

Abhängig von der Höhe der Spende gibt es unterschiedliche Vorschriften, wie sie von der Steuer abgesetzt werden kann:

  1. Spenden bis 100 Euro: In vielen Fällen erkennen Finanzämter kleinere Spenden bis zu 100 Euro ganz ohne Beleg an. Einen Anspruch auf dieses Verfahren gibt es jedoch nicht. Heißt: Wenn dein Finanzamt einen Nachweis über die Spende haben möchte, musst du einen vorlegen können.
  2. Spenden zwischen 101 und 300 Euro: Seit dem Steuerjahr 2021 gilt, dass Spenden, die unter dem Betrag von 300 Euro liegen, nicht unbedingt mit einer Spendenbescheinigung nachgewiesen werden müssen. In diesem Fall reicht es aus, wenn der Spendende mit einem Überweisungsbeleg oder Kontoauszug nachweisen kann, dass er oder sie an eine gemeinnützige Organisation gespendet hat. Auf der Überweisung muss ersichtlich sein, dass der Betrag an eine gemeinnützige Organisation geht. Außerdem muss deutlich werden, ob du einen Mitgliedsbeitrag an den Verein oder die Organisation gezahlt hast, oder ob es sich um eine Spende handelt.
  3. Spenden über 300 Euro: Spendest du mehr als 300 Euro, musst du eine offizielle Spendenbescheinigung vorlegen können.
  4. Sachspenden: Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du auch Sachspenden steuerlich geltend machen. Auch in diesem Fall gilt, dass du einen Beleg für deine Spende brauchst, um diesen ggf. beim Finanzamt vorlegen zu können. Lasse dir dazu einen Beleg von der Organisation ausstellen, an die du gespendet hast. Zusätzlich dazu solltest du die Rechnung über die gekauften Sachen vorlegen können. So kannst du beim Finanzamt belegen, was dich die Sachspenden gekostet haben.

Spenden von der Steuer absetzen: Vorteile für Steuerzahler

In vielen Fällen hilft deine Spende Organisationen, die etwas Gutes für die Gesellschaft tun, wie zum Beispiel Umweltschutzorganisationen oder die Tafeln, die sich um Bedürftige kümmern. Wenn du an Vereine oder Organisationen spendest, die in deiner Nähe sind, förderst du damit die Gemeinschaft bei dir vor Ort. Mit deinem lokalen Engagement kannst du so dazu beitragen, die Community bei dir vor Ort zu stärken.

Ein positiver Nebeneffekt: Wenn du deine Spende von der Steuer absetzen kannst, mindert das dein zu versteuerndes Einkommen und du musst im Idealfall weniger Steuern zahlen.

Spenden: Vorteile für Unternehmen

Arbeitgeber können neben dem Einsatz für die gute Sache von noch weiteren Vorzügen profitieren:

  • Positives Image: Unternehmen, die an wohltätige Organisationen spenden, können ihren Einsatz öffentlich machen und so ihr Image verbessern. Dieses positive Image kann unter Umständen neue Mitarbeiter anziehen. Wenn sich Bewerber ebenfalls für die Organisation einsetzen, könnte das ein Argument für sie sein, sich bei dem Unternehmen zu bewerben, das anscheinend die gleichen Werte teilt.
  • Netzwerk auf- und ausbauen: Unternehmen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, können über diesen Weg Kontakt zu anderen Unternehmen aufbauen. Wenn der Chef zum Beispiel an einem Spendenabend teilnimmt, kommt er vermutlich mit anderen Unternehmern aus der Umgebung in Kontakt. Verschiedene Unternehmen können sich aber auch zusammentun und sich gemeinsam für einen Verein oder eine Organisation engagieren. Das stärkt das Netzwerk und könnte in anderen Situationen nützlich sein. So kann das gemeinsame Engagement eine Grundlage für andere Aktivitäten bilden, die über das Spenden hinausgehen.
  • Mitarbeiter binden: Die Beschäftigten im Unternehmen identifizieren sich im besten Fall stärker mit einem Arbeitgeber, der sich für das Gemeinwohl einsetzt. Wenn Mitarbeiter und Arbeitgeber die gleichen Werte teilen, trägt das positiv zur Mitarbeiterbindung bei. Arbeitnehmer verlassen vermutlich nicht so schnell einen Arbeitgeber, mit dem sie sich so stark identifizieren.

Spenden bei der Steuererklärung angeben: Wie kann man Spenden von der Steuer absetzen?

Um deine Spenden von der Steuer abzusetzen, musst du die Summe, die du in dem jeweiligen Steuerjahr gespendet hast, in deiner Steuererklärung eintragen. Das machst du in der Anlage, die für die Sonderausgaben da ist.

Wie schon erwähnt, musst du deine Spende nicht zwingend mit einem Nachweis belegen, wenn du deine Steuererklärung abgibst. Allerdings solltest du auf Nachfrage einen Beleg vorlegen können.

Absetzen von Spenden: Wie viel bekomme ich zurück?

Wenn du Spenden steuerlich absetzen möchtest, fragst du dich bestimmt, wie viel Geld du überhaupt vom Finanzamt zurück bekommst. Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil die Höhe von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.

Ganz wichtig: Dir wird nicht die Spende an sich erstattet. Es ist vielmehr so, dass der Betrag, den du gespendet hast, von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen wird. Du hast damit weniger Einkommen, auf das du Steuern zahlen musst. Im Idealfall schaffst du es durch das Absetzen von Spenden sogar, in einen günstigeren Steuertarif zu rutschen. Da die Versteuerung in Deutschland progressiv ist, zahlst du einen geringeren Steuersatz, wenn du in einer niedrigeren Tarifzone versteuert wirst.

Ein Beispiel: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 10.908 Euro zahlst du gar keine Steuern in Deutschland. Verdienst du mehr als 10.908 Euro, aber weniger als 15.999 Euro, wird dein Einkommen mit 14 bis 24 Prozent versteuert. Ab einem Einkommen von 277.826 Euro wird die sogenannte Reichensteuer fällig, welches mit dem Spitzensteuersatz von 45 Prozent versteuert wird.

Wenn du also dein zu versteuerndes Einkommen im Steuerjahr schon kennst und dich an der Grenze zu einer niedrigeren Tarifzone befindest, könnte es sich lohnen, den überschüssigen Betrag zu spenden und auf diese Weise zusätzlich von einer Steuererleichterung zu profitieren.

Auch hier gilt: Wir können keine Garantie für die Aussagen in diesem Artikel übernehmen. Wenn du eine verlässliche Auskunft haben möchtest, musst du dich an einen Experten wenden.

Spenden absetzen: Auf maximale Höhe achten

Wie wir gesehen haben, lohnt es sich in vielen Fällen, wenn man Spenden von der Steuer absetzen kann. Jedoch lässt der Fiskus nicht unbegrenzt zu, deine Spenden steuerlich abzusetzen. Bei 20 Prozent der Einkünfte ist Schluss.

Ein Beispiel: Du verdienst als Arbeitnehmer jährlich 50.000 Euro, zusätzlich dazu hast du Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 15.000 Euro. Damit hast du pro Jahr ein Gesamteinkommen von 65.000 Euro. 20 Prozent davon sind 13.000 Euro. Du kannst also Spenden bis zu einer Höhe von 13.000 Euro von der Steuer absetzen und damit dein zu versteuerndes Einkommen mindern.

Alles, was über diesem Betrag liegt, kann nicht mehr als Spenden bei der Steuererklärung angegeben werden. Wenn du deine Finanzen optimieren möchtest, können Spenden eine gute Möglichkeit sein, deine Steuerlast zu senken. Du solltest unbedingt darauf achten, dass du die Vorgaben des Finanzamtes einhältst, und die Grenze von 20 Prozent deines Einkommens im Blick haben.

Bildnachweis: Shift Drive / Shutterstock.com


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