Mehrere Menschen in einem Cafe, sie betreiben Networking

Networking: So lernst du richtig zu netzwerken

Wer beruflich Erfolg haben möchte, sollte Kontakte knüpfen. Denn das sogenannte Vitamin B ist für das berufliche Fortkommen ziemlich wichtig. Leider haben viele Arbeitnehmer und auch einige Selbstständige wenig Selbstbewusstsein beim Networking und lassen sich so wichtige Kontakte entgehen. Erfahre hier, wie du erfolgreich Kontakte knüpfst.

Was versteht man unter Netzwerken?

Networking, netzwerken oder networken, bedeutet, dass wir ein Netzwerk aus Kontakten aufbauen. Dieses Netzwerk kann sowohl privat als auch beruflich aufgestellt sein. Wer gerade neu in eine Stadt gezogen ist, wird sich vielleicht ganz unverbindlich einem Netzwerk der Neu-Bürger dieser Stadt anschließen. Frisch gebackene Eltern suchen Rat und Unterstützung in Eltern-Netzwerken, in denen man sich über die Entwicklung des eigenen Kindes austauscht, Rezepte teilt oder Babykleidung verkauft.

Business Netzwerke sind letztlich nichts anderes. Auch hier schließen sich Personen zusammen, um sich gegenseitig zu helfen und ihr Wissen weiterzugeben – jedoch auf beruflicher Ebene.

Kleine-Welt-Phänomen und Netzwerke

Der Vorteil des Networking: Das Kontaktnetzwerk wird auch dann immer größer, wenn man selbst nicht aktiv daran arbeitet. Denn die eigenen Kontakte lernen auch immer wieder neue Personen kennen und fügen diese dem eigenen Netzwerk hinzu. Stanley Milgram, der das Kleine-Welt-Phänomen als erster beschrieb, ging davon aus, dass wir über fünf Kontakte eine Verbindung zu jedem Menschen der Welt haben.

In jüngerer Vergangenheit wurde diese These anhand der Daten und Kontakte, die sich auf Facebook finden, überprüft. Und siehe da: Im Schnitt reichen 3,57 Kontaktpersonen aus, um sich mit jedem beliebigen Menschen auf der Welt zu vernetzen. Je mehr Kontakte man hat, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass die anvisierte Person schneller zu erreichen ist. Gerade in beruflichen Netzwerken, bei denen man sich häufig mit Menschen aus der gleichen Branche vernetzt, steigen dadurch die Chancen, dass man über einen oder zwei Kontakte den Personaler des Traumarbeitgebers erreichen kann.

Netzwerken lernen: So kann es gelingen

Grund genug, sich mit dem Thema Networking eingehender zu beschäftigen. Für Freelancer und Selbstständige bedeutet gutes Networking außerdem, dass sie schneller an Aufträge kommen und sich in der jeweiligen Branche bekannt machen. Netzwerken hat also auch viel mit Eigen-Marketing zu tun.

Wie aber geht man das Networking richtig an? Wir haben einige Tipps für dich gesammelt.

Ziel festlegen

Bevor du mit dem Networking beginnst, solltest du dir im Klaren sein, was du mit deinen neu gewonnenen Kontakten erreichen willst: Suchst du Unterstützung in deiner täglichen Arbeit, weil du dich gerade selbstständig gemacht hast und die Abläufe noch nicht richtig kennst? Dann bietet es sich vermutlich an, zunächst nach Kontakten Ausschau zu halten, die schon seit einiger Zeit selbstständig sind. Diese Personen können dir sagen, worauf du achten musst, welche Probleme sie in der Anfangszeit hatten und für welche Auftraggeber es sich zu arbeiten lohnt.

Du kannst auch von Kontakten profitieren, die sich auf der gleichen Karrierestufe befinden. Denn andere Selbstständige oder Freelancer können den Platz einnehmen, den früher deine Kollegen hatten.

Möchtest du dagegen mit dem Networking deinen nächsten Karriereschritt vorbereiten, solltest du beim Netzwerken nach Personen Ausschau halten, die als Mentor für dich agieren können. Diese Personen sind meist ein paar Jahre älter und/oder haben bereits die entsprechende Erfahrung in der Branche oder dem Job gesammelt. Sie können ihre Erfahrungen mit dir teilen und dir wichtige Hinweise geben, um ebenso erfolgreich zu werden.

Auswahl treffen

Ein gutes Karrierenetzwerk ist eins, das aus aktiven Kontakten besteht. Es bringt dir für dein berufliches Fortkommen nur wenig, wenn du wahllos auf Xing oder LinkedIn Kontakte hinzufügst. Um wirklich vom Networking profitieren zu können, solltest du bei der Auswahl auf Qualität statt auf Quantität setzen.

Versuch daher möglichst solche Menschen in dein Netzwerk aufzunehmen, die dir mittel- oder langfristig dabei helfen können, deine beruflichen Ziele zu erreichen. Natürlich darfst du auch solche Kontaktanfragen annehmen, die zunächst keinen unmittelbaren Nutzen zu haben scheinen.

Kontakt aufrechterhalten

Kontakte bringen außerdem wenig, wenn sie nur auf dem Papier existieren. Gutes Networking bedeutet daher, dass du aktiv in Verbindung bleiben musst. In den sozialen Netzwerken gelingt das nicht nur über kurze direkte Mitteilungen, sondern auch über Content, der für deine Kontakte relevant ist und den du regelmäßig postest.

Außerdem solltest du dich hin und wieder persönlich mit den vielversprechendsten Kontakten treffen. Das kann zum Beispiel zu einem Business Lunch oder gar auf einer Netzwerkveranstaltung sein. Dort kannst du zusätzlich zu der Kontaktpflege die Gelegenheit nutzen und weiter netzwerken.

Networking Veranstaltung: So bereitest du dich vor

Das Netzwerken zu lernen, gelingt am besten, indem man es einfach macht. Also Networking Veranstaltungen besucht und dort möglichst aussichtsreiche Kontakte knüpft. Einige Personen fühlen sich unwohl bei dem Gedanken daran, dass sie persönlich den Kontakt suchen und einen Menschen ansprechen sollen, den sie gar nicht kennen.

Mit einer guten Vorbereitung verliert das Networking jedoch seinen Schrecken. Und das kann so gelingen:

  1. Achte auf dein Auftreten: Bei Networking Veranstaltungen ist der erste Eindruck entscheidend. Achte daher darauf, dass du offen und freundlich auf die Person zugehst, mit der du dich vernetzen möchtest. Ein Lächeln zum Gesprächseinstieg hat noch keinem geschadet. Außerdem wichtig: Habe ein klares Ziel vor Augen, wenn du dich durch den Raum bewegst. Menschen, die ziellos auf Netzwerk Veranstaltungen umherirren, vermitteln genau diesen verlorenen Eindruck. Auch wenn du noch nicht genau weißt, wen du ansprechen sollst, darfst du dir das nicht anmerken lassen. Besser: Mit festem Schritt auf den nächsten freien Tisch zusteuern und dort im Zweifel kurz die Mail checken – auch wenn du das nur vorgibst. Beschäftigt zu sein oder zu wirken, ist besser als verloren herumzustehen.
  2. Bereite dich auf die Veranstaltung vor: Bevor du zu dem Networking Treffen gehst, solltest du deine Hausaufgaben machen. Falls du dort bestimmte Personen erwartest, kannst du im Vorfeld Informationen über sie recherchieren. So hast du sofort einen Anhaltspunkt, um ins Gespräch zu kommen. Außerdem verrät dir die Vorab-Recherche, ob sich die Person tatsächlich eignet, um dir bei deinen nächsten Karriereschritten zu helfen.
  3. Trenne gute von weniger guten Kontakten: Wenn du auf dem Networking Treffen viele neue Bekanntschaften geschlossen hast, ist gute Organisation essenziell. Denn wie sonst sollst du Personen, die du am nächsten Tag oder in der nächsten Woche wieder kontaktieren möchtest, von denjenigen trennen, die du zunächst nicht weiter verfolgen willst? Was natürlich nicht geht, ist dir noch während des Gesprächs eine Notiz auf die Visitenkarte zu machen. Besser ist folgender Trick: Sprich ein paar Minuten mit deinem neuen Kontakt und halte während des Gesprächs seine Visitenkarte in der Hand. Solltest du zu dem Ergebnis kommen, dass vor dir eine Person steht, mit der du unbedingt den Kontakt halten möchtest, bewahrst du ihre Visitenkarte in deiner linken Jackentasche auf. Visitenkarten von Personen, die vorerst nicht für deine Networking-Strategie infrage kommen, kommen in die rechte Tasche. So weißt du auch noch nach der Netzwerkveranstaltung, wem du zeitnah eine E-Mail schreiben solltest und wem nicht.

Vermeide diese Fehler beim Netzwerken

Zum Abschluss noch der Hinweis auf die häufigsten Fehler, die Personen beim Netzwerken machen – vor allem dann, wenn sie wenig Erfahrung mit der Materie haben:

  1. Zu egoistisch sein: Weder beruflich noch im Privatleben kommt es gut an, wenn man zu eigennützig agiert. Sollte deinem Gesprächspartner bei dem Netzwerk Treffen klar werden, dass du nicht an seiner Person, sondern nur daran interessiert bist, wie er dir weiterhelfen kann, dürfte der Kontakt schnell im Sand verlaufen. Halte dich daher zunächst bedeckt und versuche die Konversation möglichst neutral zu halten. Wenn der Kontakt enger wird, kannst du das neues Mitglied in deinem Netzwerk immer noch um einen Gefallen bitten.
  2. Zu passiv bleiben: Natürlich kann man auf Networking Veranstaltungen oder in den beruflichen sozialen Netzwerken darauf warten, dass man angeschrieben wird. Richtig erfolgversprechend ist diese Strategie jedoch nicht. Du musst aktiv auf Personen zugehen, die du in deinem Netzwerk haben möchtest. Denn nur in den seltensten Fällen werden wir von all den Personen zuerst angesprochen, die wir uns als Kontakt wünschen.
  3. Mit der Tür ins Haus fallen: Wer Netzwerk Veranstaltungen nur dazu nutzt, sein Produkt oder seine Dienstleistung zu verkaufen, wird ebenfalls langfristig nicht viel Erfolg beim Netzwerken haben. Gut möglich, dass man dir diesen Fauxpas noch bei deinem ersten Netzwerktreffen durchgehen lässt. Aber spätestens dann, wenn du das Event häufiger als persönliche Verkaufsveranstaltung nutzt, wird man dich meiden. Das Ergebnis: Du wirst keine neuen Kontakte gewinnen und auch bestehende werden sich vermutlich schnell von dir abwenden.

Bildnachweis: Rawpixel.com / Shutterstock.com


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