Mitarbeiter treffen sich auf ein Getränk, es herrscht ein gutes Betriebsklima

Betriebsklima: Wieso gute Stimmung am Arbeitsplatz wichtig ist

Als Betriebsklima wird die Stimmung am Arbeitsplatz oder in einem Unternehmen bezeichnet. Es liegt sowohl am Arbeitgeber als auch an den Arbeitnehmern, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Nur gelingt das nicht immer. Im Gegenteil: Fast 67 Prozent aller Beschäftigten sollen schon Opfer von Mobbing durch Kollegen oder den Chef geworden sein.

Dort, wo ein schlechtes Betriebsklima herrscht, gibt es meist verschiedene Gründe dafür. Diese entstehen nicht aus heiterem Himmel. Ein empathischer Teamleiter sollte spüren, wenn die Stimmung im Büro oder im Unternehmen kippt und rechtzeitig eingreifen können. Ist das Arbeitsklima erst über eine längere Zeit unerträglich, kann das Problem nicht von jetzt auf gleich aus der Welt geschafft werden.

Welche Ursachen das Arbeitsklima vergiften

Freust du dich morgens auf deinen Job und bist du so richtig zufrieden am Arbeitsplatz? Dann gehörst du zu einer Minderheit. Umfragen belegen, dass zwei Drittel der Beschäftigten eine Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen Aufgaben und Arbeitsbedingungen sehen.

Zur schlechten Arbeitsatmosphäre können verschiedene Faktoren beitragen. Neben dem bereits erwähnten Mobbing können das sein:

  • Arbeiten auf zu engem Raum, fehlende Privatsphäre, ständig unter Beobachtung sein.
  • wiederkehrende Streitigkeiten unter Kollegen, z.B. über geöffnete oder geschlossene Fenster, laufende Musik oder störende, private Telefongespräche
  • Überforderung und dadurch ausgelöste Nervosität, Angst und Stress
  • Unterforderung und deshalb Langeweile
  • fehlende Wertschätzung, kein Dank, kein Gruß, nicht als Persönlichkeit wahrgenommen werden
  • ungerechte Verteilung der Aufgaben
  • immer wieder verärgerte, reklamierende Kunden
  • für Fehler von anderen verantwortlich gemacht werden
  • Pausen werden gestrichen oder zu den unterschiedlichsten Zeiten angeordnet
  • Chef bevorzugt einzelne Kollegen, zum Beispiel bei der Genehmigung von Ferientagen oder Zuteilung beliebter Arbeiten
  • schlecht ausgestattete Arbeitsplätze
  • schlechte Führungsstile
  • Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Herabwürdigung
  • kein Teamzusammenhalt
  • fehlende Motivation
  • Vorenthaltung von wichtigen Informationen

Jeder hat mal einen schlechten Tag, fühlt sich zurückgesetzt oder missverstanden. Das reicht aber noch nicht, um das Betriebsklima ernsthaft zu gefährden. Spätestens dann, wenn untragbare Situationen dauerhaft herrschen, besteht dringender Handlungsbedarf.

Die Auswirkungen eines schlechten Betriebsklimas

Abgesehen davon, dass es anstrengend ist und keinen Spaß macht, tagtäglich einem vergifteten Arbeitsklima ausgesetzt zu sein, gibt es zwei gravierende Auswirkungen:

  1. Die Produktivität und die Qualität der Arbeit leiden.
  2. Dauerhaft Angst oder Unwohlsein aufgrund der Arbeit macht krank.

Je nach Job ist zudem davon auszugehen, dass auch Kunden spüren, dass etwas nicht stimmt. Somit steht auch der Ruf des Unternehmens auf dem Spiel.

Tipps für ein besseres Betriebsklima

Ein einfaches „Dankeschön“ kann viel bewirken. Der Mitarbeiter wird wahrgenommen und seine Leistung geschätzt. Allerdings bedarf es mehr, um dauerhaft eine angenehme Atmosphäre am Arbeitsplatz zu schaffen.

Ohne Kommunikation keine Zusammenarbeit

Das Wichtigste zwischen zwei Menschen oder in einem Team ist eine ehrliche und offene Kommunikation. Sie ist die Voraussetzung, Missverständnissen vorzubeugen und Konflikte aus dem Weg zu räumen. Der Vorgesetzte sollte seine Mitarbeiter stets auf dem Laufenden halten und allen die gleichen Informationen zukommen lassen. So gibt er ihnen das Gefühl, ein Teil der Firma zu sein. Wer seine Angestellten nicht einbezieht, weckt im schlimmsten Fall Misstrauen und Unstimmigkeiten. Offene Kommunikation ist die beste Voraussetzung dafür, dass jeder seine Aufgaben kennt, ernst nimmt und korrekt ausführt. Ist es nicht möglich, dass alle Mitarbeiter an Teamsitzungen teilnehmen können, gibt es andere Kommunikationswege, wie eine Rundmail, oder das Intranet.

Angenehmer Arbeitsplatz für Produktivität und Gesundheit

In keinem anderen Raum halten wir uns täglich so viele Stunden auf, wie im Büro oder in der Werkstatt. Vor allem, wer ständig eine sitzende Tätigkeit ausübt, hat ein Recht auf einen zeitgemäßen Schreibtisch und einen ergonomischen Bürostuhl. Helle, freundliche Arbeitsplätze mit Grünpflanzen wirken sich positiv auf die Stimmung der Mitarbeiter aus. Es gehört gar nicht viel dazu, eine angenehme Energie in einem Raum zu schaffen und damit Motivation und Produktivität zu steigern.
Moderne Unternehmen stellen ihren Angestellten kostenlos Mineralwasser, Tee und Kaffee und manchmal sogar Obst zur Verfügung. Das zeigt einerseits Wertschätzung, anderseits unterstützt es eine gesunde Lebensweise.

Miteinander statt gegeneinander arbeiten

Es gibt Aufgaben, die kann einer alleine nicht erledigen. Wer um Hilfe bittet oder einen Rat braucht, sollte beides auch erhalten. Hämische Bemerkungen schaden dem Arbeitsklima. Gemeinsam Projekte zu bearbeiten, verbessert allgemein die Zusammenarbeit auch über diese Aufgabe hinaus. Es kommt immer wieder vor, dass ein scheinbar unlösbares Problem auftaucht. Aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, kann das Team eine gemeinsame Lösung finden. Vor allem in Unternehmen, die noch feste Hierarchien kennen, ist es für das Klima gut, wenn Mitarbeiter und Vorgesetzte, zumindest zeitweise, direkt zusammenarbeiten.

Flexible Arbeitszeiten, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen

Zeitmanagement ist vor allem für berufstätige Mütter und Väter eine echte Herausforderung. Darf ein Mitarbeiter selbst entscheiden, wann er ins Büro kommt oder wann er Feierabend macht, lässt sich das Privatleben leichter managen. Das heißt zwar nicht, dass weniger gearbeitet wird, aber der Zeitpuffer nimmt viel Anspannung und Stress.

Dort, wo es möglich ist, sollten Arbeitnehmer auch die Zeiten, in denen sie zur Pause gehen, frei wählen dürfen. Es ist ärgerlich, eine konzentrierte Arbeit zu unterbrechen, nur weil es 12 Uhr ist und alle zum Mittagessen gehen sollten.

Mitarbeitern mit Verständnis begegnen

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Sofern diese nicht fahrlässig verursacht wurden und schwerwiegende Folgen haben, sollte der Chef mit Verständnis reagieren. Gemeinsam die Fehler korrigieren, kann einerseits eine Lernerfahrung sein, anderseits wirkt sich Hilfe statt Strafe auf ein positives Arbeitsklima aus. Wer einen tollen Vorgesetzten hat, wird diesen niemals bewusst enttäuschen und kniet sich umso mehr in die Arbeit.

Empathie sollte für eine Führungsposition Voraussetzung sein. Es gibt immer wieder private Schicksalsschläge, die einen Menschen aus der Bahn werfen. Ist er dann eine Zeitlang nicht in der Lage, seine Arbeit wie gewohnt auszuführen, kann Mitgefühl und das Anbieten von Hilfe viel bewirken.
Wenn auch Teamkollegen realisieren, dass jeder einzelne auch ein Leben außerhalb des Unternehmens hat, profitieren alle. Mitarbeiter sind Menschen und kein Mensch ist immer gut gelaunt und perfekt.

Gute Leistungen anerkennen

Du leistest Überstunden, wenn nötig, bist überdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf oder springst an deinem freien Tag ein, weil ein Kollege krank ist? Dein Chef sagt dazu nicht viel mehr, als dass dies normal sei, schließlich sei das dein Job? Damit tut er dem Klima in der Firma keinen guten Dienst. Du darfst ein Lob erwarten und, bei wiederholt überdurchschnittlichem Einsatz, auch eine Belohnung.

Ein Unternehmen sollte die Chance nutzen und die guten Leistungen der Mitarbeiter anerkennen. Das steigert den Selbstwert des Mitarbeiters und dieser wird mit seiner Stelle zufriedener sein. Gleichzeitig werden andere motiviert, mehr zu leisten, als gewohnt.

Den Mitarbeitern Vertrauen schenken

Vorgesetzte mit Kontrollzwang sorgen im ganzen Team für eine misstrauische Stimmung. Es ist erwiesen, dass Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz die Freiheit haben, eigene Ideen einzubringen und auch mal neue Schritte zu gehen, hochwertige Arbeit liefern. Häufig sind es neue Kollegen, die frischen Wind in ein Team bringen und vom Chef gebremst werden. Leider lässt sich dies auch unter den Teamkollegen beobachten. Innovative Firmen ermutigen ihre Mitarbeiter, neues zu lernen, zu probieren und anzuwenden.

Weiterbildung unterstützen

Ein Unternehmen, welches Weiterbildungmaßnahmen finanziell und zeitlich unterstützt, investiert in seine eigene Zukunft. Das Englisch des Verkäufers muss aufpoliert werden, der Lagerarbeiter benötigt den Staplerführerschein und die Sekretärin sollte künftig die Firmenwebseite betreuen? Werden die Mitarbeiter unterstützt, ihre Aufgaben noch besser wahrnehmen zu können und erhalten sie die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen zu erlangen, gibt das ein gutes Gefühl: Sie werden nicht kritisiert, weil sie etwas nicht beherrschen, sondern erhalten die Möglichkeit, fachliche Lücken zu schließen. Die Arbeit kann künftig effizienter erledigt werden, der Arbeitnehmer ist zufriedener, und das wiederum schlägt sich auf ein gutes Betriebsklima nieder.

Und wenn alles nichts nützt? Teambuilding!

Das Betriebsklima zu verbessern ist ein Anliegen vieler kleiner und großer Unternehmen. Nicht ohne Grund boomen Anbieter von Teambuilding-Events. Hier geht es darum, Mitarbeiter vor Herausforderungen zu stellen, die gemeinsam spielerisch zu lösen sind. Alle, auch jene, die nicht gut aufeinander zu sprechen sind, werden einbezogen und müssen zusammen Probleme lösen.

Das geht nur mit entsprechender Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen und Anpassungsfähigkeit. Und dieses soll beim Teambuilding gefördert werden. Da kann es beispielsweise sein, dass ihr auf eine knifflige Geo-Caching-Tour geschickt werdet, ein Floss bauen und über den See gelangen müsst oder ein Theaterstück einstudiert. Das Ziel hierbei ist, dass das Team zusammenwächst und das schlechte Betriebsklima verbessert wird.

Manchmal genügt nur eine der genannten Maßnahmen, um ein schlechtes Betriebsklima zu verbessern. Mitunter ist es ein längerer Prozess. Am Ende sollten alle Mitarbeiter mit Freude ihrer Arbeit nachgehen. Davon profitiert das ganze Unternehmen.

Bildnachweis: Jack Frog / Shutterstock.com


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