Ein Personaler sitzt am Laptop und schaut in die digitale Personalakte.

Digitale Personalakte: Vorteile, Risiken & Einführung

Immer mehr Unternehmen steigen auf eine digitale Personalakte um. Auch wenn die vollständige digitale Personalakte keine Pflicht ist, kann es für Arbeitgeber sinnvoll sein, die eigenen Prozesse frühzeitig umzustellen. Hier erfährst du mehr über die Vorteile einer digitalen Personalakte, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Umsetzungsmöglichkeiten.

Auf dem Weg zum papierlosen Büro: Die digitale Personalakte als Revolution

Durch die Digitalisierung werden immer mehr Prozesse papierlos gestaltet. Dazu gehört zunehmend auch die Verwaltung von Personalakten. Traditionell wurden Personalakten in gedruckter Form in Ordnern aufbewahrt. Die digitale Personalakte sieht hingegen die Speicherung und Verwaltung von Mitarbeiterdaten in elektronischer Form vor. Alle relevanten Informationen – von Arbeitsverträgen über Gehaltsabrechnungen bis hin zu wichtigen Nachweisen – werden dabei auf dem PC oder in einer Cloud gespeichert. So sind die Daten unabhängig von Zeit und Ort jederzeit zugänglich, außerdem wird weniger (physischer) Platz benötigt.

In Personalabteilungen von Unternehmen spielt die digitale Personalakte eine immer wichtigere Rolle. Die moderne Arbeitswelt ist durch Flexibilität und teils rasante technologische Veränderungen geprägt. Die digitale Personalakte kann ein wichtiges Instrument sein, um Abläufe zu optimieren und mögliche Fehlerquellen zu beseitigen, die ansonsten mit analogen Akten verbunden sein können. Es ist bei einer digitalen Speicherung häufig leichter, Mitarbeiterdaten auszuwerten, ebenso können Prozesse wie Onboarding oder die Urlaubsplanung automatisiert werden.

Nicht zuletzt ist die digitale Personalakte die Grundlage für ein papierloses Büro. Durch die fortschreitende Umstellung von analoger auf digitale Speicherung von Informationen können Unternehmen häufig erhebliche Kosten einsparen und oft auch ökologisch einen wichtigen Beitrag leisten. Damit ist die Einführung von elektronischen Personalakten keine rein technische Formalie, sondern ein strategischer Schritt hin zu effizienteren Personalprozessen.

Derzeit ist die digitale Personalakte keine Pflicht. Bestimmte Unterlagen zum Entgelt und der Sozialversicherung müssen jedoch schon seit dem 1. Januar 2022 digital hinterlegt werden. Spätestens ab dem Jahr 2027 ist eine elektronische Aufbewahrung von ausgewählten Entgeltunterlagen verbindlich für Unternehmen. Vollständige digitale Personalakten sind jedoch bis auf Weiteres freiwillig.

Die Vorteile der digitalen Personalakte für Unternehmen

Aus Sicht von Arbeitgebern bietet die digitale Personalakte verschiedene Vorteile. Ein wichtiger Aspekt ist die Zeit- und Kostenersparnis. Wenn Personalakten digital abgelegt und verwaltet werden, können Prozesse häufig effizienter gestaltet werden. Was früher viel Zeit gekostet hat – zum Beispiel die Suche nach bestimmten Informationen, aber auch das Ablegen oder Kopieren von Dokumenten –, kann nun in vielen Fällen in wenigen Augenblicken erledigt werden. HR-Mitarbeiter können die benötigten Daten schnell abrufen, nutzen und exportieren.

Zugleich entfällt die Notwendigkeit, Personalakten physisch zu lagern. Dadurch wird weniger Platz benötigt, was Unternehmen dabei hilft, Kosten zu sparen, und Arbeitgebern, ihr Unternehmen wirtschaftlich zu führen.

Ein weiterer Vorteil ist die verbesserte Datensicherheit und Compliance. In digitalen Systemen ist es möglich, Zugriffsrechte zu beschränken, um sensible Daten nur bestimmten Mitarbeitern zugänglich zu machen. Durch eine revisionssichere Archivierung können zudem sämtliche Änderungen nachvollzogen werden. Das schafft Vertrauen und fördert die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und internen Richtlinien, zum Beispiel zum Datenschutz und in arbeitsrechtlichen Fragen.

Nicht zuletzt geht die digitale Ablage und Verwaltung von Personalakten mit einer höheren Flexibilität einher. Mitarbeiterdaten können systematisch analysiert werden, was in vielen Fällen die Grundlage für fundierte strategische Entscheidungen ist. Damit ist die digitale Personalakte ein nützliches und wirkungsvolles Werkzeug, welches Unternehmen dabei hilft, Prozesse zu optimieren und Sicherheitsrisiken zu verringern.

Vorteile für Mitarbeiter und Führungskräfte

Auch für Mitarbeiter und Führungskräfte bringt die digitale Personalakte Vorteile mit sich. Dazu zählt der schnelle, unkomplizierte Zugriffe auf wichtige Dokumente. Ob Arbeitsvertrag oder Gehaltsabrechnung – sämtliche Dokumente, die zu einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin vorliegen, können jederzeit eingesehen werden. Dazu müssen die betreffenden Mitarbeiter nicht einmal in ein anderes Büro gehen und mit Kollegen sprechen, was Zeit spart.

Alltägliche HR-Prozesse können durch digitale Personalakten vereinfacht werden, was den Umgang damit effizienter macht. So können Führungskräfte zum Beispiel eine Krankmeldung im System hinterlegen, einen Urlaubsantrag bearbeiten oder Weiterbildungsanträge digital verwalten.

Alle persönlichen Daten rund um ein Beschäftigungsverhältnis werden in der digitalen Personalakte übersichtlich dargestellt, was Aufgaben erleichtert und Entscheidungen häufig beschleunigt. Indem Routineaufgaben auf diese Weise automatisiert werden, sinkt zudem die Fehleranfälligkeit. Die Mitarbeiter in der Personalabteilung werden entlastet, wodurch sie weniger Stress und mehr Kapazitäten für andere Aufgaben haben.

Die digitale Personalakte punktet aus Sicht von Beschäftigten auf allen Ebenen außerdem durch ihre Flexibilität. Mitarbeiter können standortunabhängig auf Unterlagen zugreifen, was gerade im Homeoffice oder bei der Remote-Arbeit ein Vorteil ist. So ist bei der digitalen Personalakte die Einsicht erleichtert: Über sichere Portale oder HR-Systeme können Arbeitskräfte zum Beispiel Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen oder Abmahnungen einsehen. Die Kommunikation zwischen Führungskräften und HR-Mitarbeitern wird zudem mit der digitalen Personalakte besonders effizient gestaltet, wenn Dokumente zentral verfügbar sind.

Technologische & organisatorische Herausforderungen bei der Einführung

Mit der Umstellung auf eine digitale Personalakte können technologische und organisatorische Herausforderungen verbunden sein. Eine sorgfältige Planung ist wichtig, um Risiken der digitalen Personalakte zu mindern und die Implementierung reibungslos zu gestalten. Ein wichtiger Aspekt ist die Wahl einer passenden Software. Die richtige Softwarelösung braucht die benötigten Funktionen, sie muss Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen und sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen.

Der technologische Aspekt ist eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Personalakte. Auch die Organisation muss bedacht werden. Dazu gehört es, Mitarbeiter im Umgang mit der digitalen Personalakte zu schulen. Hierzu hilft eine transparente Kommunikation über die Nutzung des Systems. Wenn die Beschäftigten die Vorzüge und Abläufe verstehen und die Software sicher nutzen können, kann die digitale Personalakte effektiv verwendet werden.

Es ist wichtig, mögliche Einwände und Vorbehalte in der Belegschaft ernst zu nehmen und frühzeitig darüber zu sprechen. Auch hier ist es hilfreich, möglichst viele Informationen bereitzustellen. Ein sorgfältiges Change-Management kann darüber hinaus dabei helfen, die Akzeptanz für die veränderten Prozesse zu fördern.

Auch Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten müssen geklärt werden, wenn die digitale Personalakte zur neuen Norm wird. Zu den wichtigen Fragen gehören etwa: Wer verwaltet Zugriffsrechte? Wer pflegt die Personaldaten? Welche Vorgehensweisen müssen an den neuen Standard angepasst werden? Wenn es auf solche Fragestellungen eine klare Antwort gibt, ist das die Basis für eine erfolgreiche Implementierung.

Digitale Personalakte: Rechtliche Rahmenbedingungen & Datenschutz

Bei der Nutzung von digitalen Personalakten ist es wichtig, die geltenden rechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Ein zentraler Aspekt ist die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie schreibt beispielsweise vor, dass sämtliche gespeicherten personenbezogenen Daten sicher aufbewahrt und vor dem Zugriff von unbefugten Personen geschützt werden müssen.

Um einen sicheren Umgang mit persönlichen Daten sicherzustellen, sollten Unternehmen darüber hinaus eigene Richtlinien und Regelungen für die Speicherung, Nutzung und Löschung von Personaldaten erlassen. Sie schaffen Orientierung für die Mitarbeiter und klären die Erwartungen an deren Arbeit.

Auch eine Betriebsvereinbarung kann entsprechende Regeln zum Umgang mit digitalen Personalakten enthalten. Hier kann zum Beispiel geklärt werden, wer auf die Daten zugreifen darf und welche Rechte der Betriebsrat rund um die digitale Personalakte hat. Es ist für Arbeitgeber sinnvoll, den Betriebsrat möglichst umfassend in die Planung und Umsetzung der digitalen Personalakte einzubinden. Das hilft, Konflikte mit Beschäftigten zu vermeiden, und kann die Akzeptanz der Umstellung in der Belegschaft erhöhen.

Verantwortliche in Unternehmen sollten zudem darauf achten, dass Informationen revisionssicher gespeichert werden. Änderungen an Dokumenten sollten grundsätzlich nachvollziehbar sein. Das ist besonders dann essenziell, wenn es um arbeitsrechtliche Konflikte zwischen Arbeitnehmern und -gebern geht oder zuständige Stellen den Betrieb prüfen.

Praktische Schritte & Tipps für eine erfolgreiche Einführung der digitalen Personalakte

Wie kommt man von der klassischen physischen zur digitalen Personalakte? Dahinter steckt ein Prozess, der im Detail geplant werden sollte. Dazu gehört es, die Ziele des Vorhabens festzulegen: Was genau erhoffen sich die Verantwortlichen von der Umstellung? Welche Aspekte sollen digitalisiert werden, was bleibt gegebenenfalls in bisheriger Form vorhanden?

Möglichst frühzeitig sollten auch Zuständigkeiten geklärt werden: Wer ist für die Planung verantwortlich, wer kümmert sich um die Umsetzung? Durch klare Strukturen wird die Basis für eine reibungslose Umsetzung geschaffen.

Zugleich ist eine Migrationsstrategie erforderlich, durch die deutlich wird, wie die Personalakten in eine elektronische Form überführt werden sollen. Mit einem detaillierten Plan ist allen Beteiligten klar, wie das Vorhaben in die Realität umgesetzt werden soll. Das hilft, Fehler und Datenverluste zu vermeiden, reduziert aber auch Unsicherheiten bei den Beteiligten.

Offen mit den Mitarbeitern kommunizieren

Damit das neue System auch in der Praxis gut funktioniert, müssen die Mitarbeiter angeleitet werden. Durch eine transparente, offene Kommunikation kann das ebenso gewährleistet werden wie durch Schulungen und individuelle Einweisungen. Kommunikation ist nicht nur wichtig, damit Beschäftigte ihre Aufgaben effektiv erfüllen können und dabei auf eine ausreichende Sicherheit und hohen Datenschutz achten. Sie kann auch die Akzeptanz erhöhen und Widerstände in der Belegschaft reduzieren.

Pilotprojekte und Testphasen können sich anbieten: Sie helfen, mögliche Hürden rechtzeitig zu identifizieren. Das ermöglicht es Verantwortlichen, Präventionsmaßnahmen für die tatsächliche Umsetzung der digitalen Personalakte zu ergreifen.

Nicht zuletzt kommt es darauf an, den Prozess engmaschig zu überwachen. Durch eine fortlaufende Evaluation des neuen Systems wird schnell klar, ob die digitalen Prozesse effizient ablaufen, ob sie sicher sind und die Mitarbeiter sich damit gut zurechtfinden.

Fazit: Die digitale Personalakte als strategisches HR-Instrument

  • Der Umstieg auf eine digitale Personalakte lohnt sich für Unternehmen, die Ressourcen und Kosten sparen wollen. Zugleich hilft die digitale Personalakte dabei, HR-Prozesse effizienter zu gestalten.
  • Mit Zugriffsbeschränkungen und einer revisionssicheren Speicherung bietet die digitale Personalakte eine hohe Sicherheit und erfüllt Datenschutzstandards. Das kann das Vertrauen von Mitarbeitern stärken und sorgt für Rechtssicherheit.
  • Unternehmen, die auf digitale Personalakten setzen, ermöglichen es ihren Mitarbeitern, jederzeit ortsunabhängig auf personelle Daten zuzugreifen. Das kann die Zusammenarbeit ebenso vereinfachen wie Entscheidungen.
  • Bei der Einführung der digitalen Personalakte braucht es geeignete Softwarelösungen. Ebenso wichtig ist es, Beschäftigte einzubinden und offen zu kommunizieren, was sich ändert und wo ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten liegen.

Künftig wird sich die digitale Personalakte weiter durchsetzen – und immer stärker zu einem strategischen HR-Instrument werden. Das macht die digitale Personalakte zu einem Grundpfeiler des modernen Personalwesens.

Bildnachweis: khunkornStudio / Shutterstock.com

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