So sollte die optimale Bewerbungsmappe für Juristen aussehen: Do’s und Dont’s

Wer das Jurastudium geschafft hat und sich bei einer Kanzlei oder einem Unternehmen bewirbt, muss einige Hürden überwinden. Eine der ersten dieser Hürden ist die Bewerbungsmappe. Eine Bewerbungsmappe anfertigen bedeutet Selbstmarketing zu betreiben. Es geht darum die eigene Person, vor allem die Stärken und Qualifikationen, an den Mann zu bringen. Damit bereits vor dem Vorstellungsgespräch ein guter Eindruck entsteht, sind dabei einige inhaltliche sowie formale Aspekte zu beachten.

Benötigtes Material, Layout, Papier für die Bewerbung zum Juristen

Nicht alle Arbeitnehmer verlangen noch traditionelle Bewerbungsunterlagen, die auf dem Postweg verschickt werden, sondern wünschen sich nur eine Bewerbung per Mail. Wird ausdrücklich darauf hingewiesen keine Bewerbung in Briefform zu versenden, sollte dies unbedingt berücksichtigt werden. Ansonsten könnte es so wirken, als hätte der Bewerber die Angaben des Arbeitgebers nicht genau gelesen. In allen anderen Fällen vermittelt eine Bewerbung in Briefform immer einen guten Eindruck. Denn unter anderem können hier die Stärken des Materials ausgespielt werden, die in digitaler Form so nicht vorhanden sind.

  • Natürlich kommen bei einer Bewerbungsmappe hochwertige Materialien besonders gut an. Denn der Arbeitsgeber wird, wenn auch vielleicht nur unterbewusst, beim Durchblättern der Unterlagen mit Sicherheit mehr Freude an einem soliden und schönen Papier, als an einem dünnen und billigen Wisch haben. Außerdem schätzt er die Qualität der Bewerbung dadurch eventuell ebenfalls höher ein. Dennoch sollte nicht der Fehler begangen werden, durch eine extrem auffällige Bewerbungsmappe punkten zu wollen. Gerade bei seriösen juristischen Berufen kann das schnell nach hinten losgehen und unprofessionell wirken. Die Devise „schlicht, aber hochwertig“ ist geboten.
  • Um das Thema Papier direkt wieder aufzugreifen: Dieses sollte etwas dicker, als gewöhnliches Papier sein. Am besten eignet sich hochwertiges Papier mit Wasserzeichen, wie es auch für besondere Briefe verwendet wird. Die Schrift und deren Größe sollten sachlich sein und den Standards entsprechen. Arial oder Times New Roman sind immer eine gute Wahl. Diverse Mustervorlagen zum Layout können im Internet gefunden werden, sollten aber nur als Anregung dienen.

Wer die richtige Bewerbungsmappe auswählt, kann sich damit von anderen Bewerbern absetzen. Vernünftige und schlichte Klemmhefter aus Plastik sehen zwar nicht ganz so schick aus, sollten aber, insofern die Bewerbung nicht persönlich abgegeben wird, die erste Wahl sein. Denn nur mit ihnen lässt sich vermeiden, dass die Bewerbungsunterlagen Knicke abbekommen und in schlechtem Zustand beim Arbeitgeber ankommt.

Das richtige Foto für die Bewerbung zum Juristen

Ebenfalls zur äußeren Erscheinung der Bewerbungsmappe zählt letztlich auch das Bewerbungsfoto. Zwar entscheiden in erster Linie die Kompetenzen und Fähigkeiten, dennoch vermittelt die Präsentation der eigenen Person einen guten, bzw. schlechten Eindruck. Sympathische Bewerbungsfotos führen übrigens häufiger zum Erfolg. Um auf einem Bewerbungsfoto sympathisch, aber gleichzeitig auch kompetent zu wirken, sollte bestenfalls die Hilfe eines Profis in Anspruch genommen werden. Fotografen, die sich mit Bewerbungsfotos und vielleicht sogar gerade Bewerbungen im juristischen Bereich auskennen, können Bewerbern die nötigen Tipps für das „Posing“ geben und das perfekte Bewerbungsfoto gemeinsam erarbeiten.

Wer bereits weiß, welcher Dresscode in der Kanzlei oder dem Unternehmen angebracht ist, sollte sich selbstverständlich dementsprechend auch auf dem eigenen Foto präsentieren. Im Notfall gilt: Hochwertiges Hemd mit Anzug und Krawatte oder Kostüm mit hochwertiger Bluse. Ob das Foto farbig oder in schwarz-weiß gehalten wird, ist Geschmackssache. Moderner sind mitunter Fotos in schwarz-weiß. Außerdem kommen die Gesichtszüge des Bewerbers hier klarer hervor.

Das Bewerbungsschreiben zum Juristen

Generell hat das Bewerbungsanschreiben ein wenig an Bedeutung verloren. Dennoch ist es nicht unwichtig, da es das erste ist was der Personaler vermutlich lesen wird. Es sollte maximal eine Seite lang sein und darf ähnlich aufgebaut sein wie die üblichen Bewerbungsanschreiben für Juristen, für die sich Vorlagen im Internet finden. Ein wenig Individualität ist gewünscht, zu viel Kreativität dagegen könnte den Bearbeiter abschrecken.

Sehr wichtig ist gerade für Juristen, deren „Waffe“ letztlich die Sprache ist, dass Rechtschreibfehler und eine schlechte Ausdrucksweise vermieden werden. Substantivierungen, Passivkonstruktionen und Weitschweifigkeit sollten bestenfalls vermieden werden.

Das Layout ist professionell zu halten. Es gehören in das Anschreiben zunächst der Absender mit der privaten Mailadresse, der Adressat, das Datum, die Betreffzeile sowie die persönliche Anrede. Es folgt eine Einleitung, ein Hauptteil und ein knapper Schluss. Die Einleitung dient vornehmlich dazu, die persönlichen Qualifikationen widerzuspiegeln. Im Hauptteil sollten Bewerber die Anforderungen des Arbeitgebers abarbeiten. Das was der Arbeitgeber sucht sollte sich in dem was der Bewerber bietet widerspiegeln. Aktuelle Projekte verdeutlichen dem Arbeitgeber, was ein Bewerber anbieten kann. Der Schluss kann mit Bemerkungen, wie „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr“ oder ähnlichen Sätzen abgerundet werden.

Grundsätzlich sollte man nicht zu viele Informationen im Anschreiben preisgeben. Trennen Sie unbedingt wesentliche von unwesentlichen Informationen.

Das Curriculum Vitae

Das Curriculum Vitae, auch Lebenslauf genannt, bildet noch vor dem Bewerbungsanschreiben das Kernstück jeder Bewerbungsmappe; ganz gleich ob für Juristen oder andere Bewerber. Es sollte sich deutlich vom Bewerbungsschreiben abheben und den bisherigen Werdegang und relevante Informationen wiedergeben. Wichtig ist es außerdem eine Art roten Faden beizubehalten dessen Struktur dem Personalbeauftragten zeigt, dass ein bestimmtes Ziel nachverfolgt oder darauf hingearbeitet wird.

  • Um dies zu erreichen, sind bei der Aufzählung der einzelnen bisherigen Stationen für die angestrebte Stelle relevante Themen selbstverständlich mehr zu gewichten, als weniger entscheidende Stationen. Die einzelnen Abschnitte sind mit einem aussagekräftigen Wort zu betiteln, wie etwa „Justitiar in der … GmbH“, auf welches eine Skizzierung der dortigen Aufgabenbereiche usw. folgt. Ob diese Punkte mit Bullet Points oder eingerückt aufgezählt werden, bleibt dem Bewerber überlassen; wichtig ist nur eine einheitliche Gestaltung.
  • Bleiben Sie in einer klaren und strukturierten Form. Die häufigste Form ist der tabellarische Lebenslauf. Dieser ermöglicht dem Personalbeauftragten eine schnelle Auffassung aller Angaben, sodass der Lebenslauf heutzutage oftmals das entscheidende Kriterium einer Bewerbung ist.
  • Weiteres Know-how wie EDV- und Sprachkenntnisse mit den offiziellen Bezeichnungen der Niveaustufen A1-C2, interkulturelle Erfahrung und weitere spezielle Fähigkeiten können unter dem Punkt „Sonstiges“ aufgeführt werden. Gerade bei Juristen sind (je nach Fachgebiet) gerne auch steuerliche, betriebswirtschaftliche oder technische Grundkenntnisse gesehen. Ebenfalls gehören universitäres Engagement oder Ehrenämter unter diesen Punkt. Wer sich versucht in die Rolle des Arbeitgebers zu versetzen findet schnell heraus, welche Punkte an einem Bewerber besonders interessant sein könnten.

Hobbys und persönliche Interessen, die nicht in direkter Verbindung mit der angestrebten Stelle stehen sollten nicht aufgeführt werden. Besonders gut kommen Aktivitäten an, bei denen etwa politisches Engagement, wie Parteiarbeit, oder Durchhaltevermögen, wie Marathonlauf, gefragt sind.

Die Zeugnisse für die Bewerbung zum Juristen

Zu einer optimalen Bewerbungsmappe gehören auch Arbeits- und Referendarzeugnisse. Es ist darauf zu achten, dass diese in beglaubigter Form beiliegen. Es gilt hier die Regel „weniger ist mehr“. Denn nicht jeder dritte Englischkurs ist entscheidend. Zu viele Angaben verwässern die Bedeutung der tatsächlich relevanten Zeugnisse. Fort- und Weiterbildungen die für den Arbeitgeber einen Mehrwert bilden sollten in jedem Fall aufgezählt werden.

Botschaft in eigener Sache

Ein letzter Teil der Bewerbungsmappe für Juristen kann schließlich ein Beischreiben in eigener Sache sein, auf welchem noch einmal kurz die persönlichen sowie fachlichen Stärken hervorgehoben werden und Motivationsgründe zur Bewerbung genannt werden. Dieses „freiwillige“ Arbeitsblatt kann beim zukünftigen Arbeitgeber noch einmal richtig Eindruck schinden, sofern man es auch hier wieder versteht die eigene Person dezent aber selbstbewusst zu vermarkten. Sie kann dazu dienen, sich von anderen Bewerbern abzuheben und dem Arbeitgeber damit im Gedächtnis zu bleiben.

Es ist möglich, auf dieser Seite eine persönliche Haltung, berufliche Ziele oder Statements zu formulieren. Dem Arbeitgeber soll damit ein tieferer erster Eindruck der eigenen Person vermittelt werden. Treibt den Bewerber zum Beispiel eine ganz spezielle Motivation an, sich für die Rechte einer bestimmten Gruppe einzusetzen, ist an dieser Stelle Platz dies zu erläutern; solange der Bewerber dabei authentisch bleibt. Wer dagegen keine wirklichen Ideen und Überzeugungen hat, die er unbedingt mitteilen möchte, sollte sich nichts aus den Fingern ziehen. Auch von philosophischen Ansprüchen, Zitaten oder gar Kalendersprüchen ist selbstverständlich abzusehen.