Lebenslauf-Aufbau: So geht es richtig

Wer glaubt, ein einmalig erstellter Lebenslauf passt auf jede Stelle, der irrt gewaltig. Im Bewerbungsprozess fungiert die persönliche Laufbahn nämlich als Alleinstellungsmerkmal, das dich von den anderen Bewerbern unterscheiden soll.

Je individueller, desto besser. So kann die Gestaltung unterschiedlicher Ausbildungsstationen und die Wahl der Ausbildungsstätten von Bewerbung zu Bewerbung anders aussehen. Grund dafür sind die verschiedenen Jobangebote, die sich im Detail voneinander unterscheiden. Zudem kommt es auch immer darauf an, wo sich der Arbeitssuchende im Leben befindet.

Wenn du gerade frisch den Abschluss an der Universität absolviert hast, sieht dein Werdegang ganz anders aus als der eines Quereinsteigers, der vielleicht schon Berufserfahrung mitbringen kann.

Lebenslauf ist nicht gleich Lebenslauf. Doch wie genau sieht eine solche Gliederung aus? Ist eine thematische Ordnung besser als eine chronologische Ordnung? Ist ein Kurzprofil von Vorteil? Diese und andere Fragen zum Lebenslauf-Aufbau beantworten wir dir hier.

Die wesentlichen Merkmale nennen und optisch hervorheben

Die Stellenausschreibung verrät dir, was gesucht und gewollt ist. Hierauf solltest du deine bereits bestehenden Qualifikationen und Aufgaben zuschneiden. Die wichtigsten Fähigkeiten solltest du optisch hervorheben, damit diese dem Personaler ins Auge stechen. Auch dient es dazu, eine Parallele zum Anschreiben ziehen zu können, denn der Lebenslauf sollte sich diesem anpassen. Während der Personalfachmann sich auf die wichtigsten Stationen in deiner Ausbildung konzentrieren kann, erleichtert eine an die Stellenausschreibung orientierte Formulierung gleichzeitig das Lesen.

Zusammen mit dem Anschreiben bildet der persönliche Werdegang ein Gesamtbild, das eine innere Einheitlichkeit erfordert. Hier gehören keine Informationen hinein, die für den Job nicht relevant sind. Eitelkeit kann hier nach hinten losgehen.

Bei deiner Auswahl wirst du außerdem erkennen, dass du höchstwahrscheinlich nicht mehr als eine Seite benötigst, ohne dass die zusammengetragenen Ausbildungs- und Berufsstationen zusammengepresst wirken. Es ist durchaus legitim, hier mit Formatierungsmöglichkeiten zu spielen, um zu sehen, wie das äußere Erscheinungsbild der gewählten Ordnung auf das menschliche Auge wirkt – überladen oder kurz und durchdacht?

Personaler haben zudem nicht immer viel Zeit. Häufig haben sie nicht mal zehn Minuten, um sich deine bisherigen Lebensstationen durchzulesen. Je prägnanter diese gewählt sind, desto schneller und besser können sie sich in das Gedächtnis einprägen.

Aktive Formulierungen wählen

Was bedeutet es, aktiv zu formulieren? Das bedeutet, bei der schriftlichen Ausdrucksweise aktive und – wenn möglich – starke Verben zu benutzen. Vermeide Passiv-Konstruktionen. Sie schwächen das starke Bild von dir, das mit hervorragenden Qualifikationen entstehen kann. Mit einer aktiven Wortwahl machst du deinen Lebenslauf lebendig. Der spätere Interviewer weiß: Hier kann jemand etwas auf den Punkt bringen.

Vor aktiven Formulierungen musst du keine Scheu haben. Sie klingen direkt, aber nicht aufdringlich, während die passive Variante eine Distanz entstehen lässt, die auf Papier nicht zu überbrücken ist. Es macht eher den Eindruck, als hätte jemand anders den vorliegenden Lebenslauf gelebt. Gleiches gilt auch für das Anschreiben.

Das Anschreiben darf auf keinen Fall eine bloße Wiederholung des Lebenslaufes sein. Allein schon die Bewerkstelligung dieser Kunst wird dem Personaler ins Auge stechen. Die relevanten Schwerpunkte solltest du daher sowohl im Anschreiben als auch im Lebenslauf gleichermaßen gewichten. Mit dieser Gewichtung und Anpassung entsteht die gewünschte innere Einheitlichkeit.

In welcher Reihenfolge gehört was in den Lebenslauf?

Grundsätzlich sollte der berufliche Werdegang – wenn dieser bereits vorhanden ist – an erster Stelle im Lebenslauf stehen. Die aktuellste Tätigkeit setzt du an den Anfang der Liste, die du mit den richtigen Daten versehen musst. Dies gilt auch für den Ausbildungsteil, der im Anschluss folgt. Auf diese Weise entstehen keine zeitliche Lücken. Zeitliche Unterbrechungen machen sich nämlich auf keinem Lebenslauf gut. Es irritiert den Personaler und veranlasst ihn, dich im Interview danach zu fragen. In diesem Moment einen Fehler bei der Auflistung eingestehen zu müssen, macht keinen guten Eindruck. Fehlerhafte Lebensläufe sind nicht gerne gesehen.

Im Anschluss an die Ausbildung folgen in der Regel die besonderen Kenntnisse. Hierzu gehören z. B. Kenntnisse mit bestimmten Softwareprogrammen, die du bereits aus der Stellenbeschreibung kennst. Je nachdem für welche Sparte zu dich bewirbst, sind bestimmte Skills notwendig. Beispielsweise ist für den Beruf eines Beraters der professionelle Umgang mit Excel erforderlich. Hier sind die Computerkenntnisse zu nennen, die der Arbeitgeber erwartet.

Am Schluss stehen für gewöhnlich Hobbys und Interessen. Diese müssen aber nicht zwangsläufig mit in den Lebenslauf. Hier gehen die Meinungen auseinander. Es kommt darauf an, wer sich bewirbt. Bewirbt sich eine Führungskraft, kommt es auf die berufliche Erfahrung an und weniger auf die Freizeitinteressen. Die Nennung von Hobbys wirkt eher Fehl am Platz und störend. Junge Leute hingegen, die noch über keine Berufserfahrung verfügen, haben die Möglichkeit, auch mit den Freizeitbeschäftigungen zu punkten. Eine feste Vorgabe für die Nennung von Freizeitinteressen in einem Lebenslauf gibt es nicht.

Auch ist es Geschmackssache, ob der Bewerber einen thematischen oder tabellarischen Lebenslauf wählt – wobei der tabellarischer Lebenslauf üblicher ist. Wichtig ist in jedem Fall, die Nennung nur der wichtigsten Qualifikationen.

Ist ein Kurzprofil erwünscht?

Handelt es sich z. B. um ein junges Unternehmen, das mit Designern jeglicher Art zusammenarbeitet, kannst du mit einem Kurzprofil durchaus punkten. Es ist mutig und kann dich von allen anderen Bewerbern unterscheiden.

Das Kurzprofil stellst du an den Anfang deines Lebenslaufes. Hier kannst du richtig durchstarten, indem du über das, was dich auszeichnet, schreibst. Warum bist du die beste Person für den Job? In einem solchen Profil steckt viel Potenzial, das du ausschöpfen kannst, wenn klug, überzeugend und prägnant formuliert.

Zusammenfassung der wichtigsten Merkmale

  • Schwerpunkt Qualifikation. Lege den Schwerpunkt auf die Qualifikationen, die wichtig für die Stelle sind, auf die du dich bewirbst.
  • Hervorhebungen. Sorge für eine deutliche Hervorhebung der Qualifikations- und Ausbildungsabschnitte durch z. B. Fettdruck.
  • Aktiv formulieren. Wähle in der Kurzbeschreibung über die bisherigen Tätigkeiten eine aktive Formulierung.
  • Gliederung. Wähle eine ordentliche Gliederung und bleib möglichst bei einer Seite.
  • Sicht des Personalers. Denk daran, dass der Personaler nicht immer so viel Zeit hat, deinen Lebenslauf eingehend zu studieren.
  • Kurzprofil. Überlege, ob ein Kurzprofil passen könnte oder nicht.
  • Lückenlose Angaben. Achte auf die Richtigkeit der Daten und lückenlos angegebene Zeiträume.
  • Einheitlichkeit. Anschreiben und Lebenslauf sollten eine Einheit bilden.
  • Jobbeschreibung. Der gesamte Lebenslauf und das Anschreiben orientieren sich an der ausgeschriebenen Stelle.