Mit dem Bewerbungsschreiben überzeugen

Das Bewerbungsschreiben ist einer der essentiellen Bestandteile deiner Bewerbung. Auch wenn es in der heutigen Zeit und bei dem großen Wachstum an Online-Bewerbungsformularen recht altmodisch klingen mag: Um das Bewerbungsschreiben kommst Du in aller Regel nicht herum.

Innerhalb des Bewerbungsschreibens kannst Du den Personaler von dir und deinen Stärken überzeugen. Wir helfen Dir bei der Erstellung deiner Bewerbungsunterlagen und zeigen dir ebenfalls, welche kleinen Stolpersteine sich im späteren Verlauf auch negativ auf deine Bewerbung ausüben könnten. Denn mit den falschen Formulierungen kannst du dir auch die eine oder andere Tür verschließen.

Das Bewerbungsschreiben individuell gestalten

Versetz‘ dich einmal in die Lage eines Personalers, der eine ausgeschriebene offene Position besetzen möchte. Von der Abteilungsleitung kriegst du im wöchentlichen Takt die Anfrage, wie der Status für die offene Position ist. Vor
dir liegt ein großer Stapel an Bewerbungsschreiben, die gelesen werden möchten. Du öffnest die ersten Mappen und liest in jeder von ihnen den Satz: „[…] hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen auf die offene Position zum […]“.  Im Bewerbungsschreiben der zehnten Mappe liest du dann: „[…] Ich weiß, dass Sie über ein gutes Team verfügen, aber wie wäre es für Sie, wenn ich daraus ein ‚hervorragendes Team‘ machen würde? […]“.  Zuerst bist du verblüfft. Doch mehr und mehr fragst du dich, wer ein solches  selbstbewusstsein hat und liest das Bewerbungsschreiben dadurch mit einer ganz anderen Emotion als die vorherigen. Es ist selbstverständlich, dass dieser eine Bewerber nun eine erhöhte Aufmerksamkeit von dir bekommt. Und das nur mit einem Satz! Dieses Beispiel verdeutlich, welchen Stellenwert ein personalisiertes und induviduell gestaltetes Bewerbungsschreiben hat.

Im Bewerbungsschreiben treten in aller Regel fünf gängige Fehler auf, welche Sie vermeiden sollten:

Ein und dasselbe Bewerbungsschreiben für mehrere Jobs benutzen

Bitte mach‘ nicht den Fehler und verwende das gleiche  Bewerbungsschreiben für jede deiner Bewerbungen. Selbstverständlich kannst du Teile und gar ganze Sätze wiederverwenden – doch aufgepasst: Bitte prüfe die entsprechende Jobausschreibung genau, ob die dort geforderten Fähigkeiten und Kenntnisse übereinstimmen. Nehmen wir einmal an, du möchtest deine große Motivation in den Vordergrund stellen. Vermutlich hast du dann gute Chancen in einem Job, bei dem es darum geht, neue Sachverhalte zu erlernen und dich einzubringen. Wohingegen du vermutlich bei einem Job bei der Müllabfuhr eher schlechte Aussichten, denn hier geht es vermehrt darum, die anfallende Arbeit zu erledigen. Achte also bitte darauf, dass du nicht jeden Satz kopierst und in jedem Bewerbungsschreiben verwendest.

Achte darauf, keine Floskeln zu verwenden

Viele Bewerber verwenden selbst mit diesem Wissen noch einige der Standard-Floskeln, wie die oben genannte.  Damit manövrierst du dich ins Abseits, weil deine Bewerbung dadurch wie kopiert aussieht.

Versuch‘ dein Bewerbungsschreiben direkt zu adressieren

Einige Pluspunkte sammelst du, wenn du dich vorab gut informierst, an welche Person deine Bewerbung gehen wird. Es macht sich immer besser, jemanden direkt anzusprechen, als an „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu schreiben. Denn auch dieser kleine Umstand für dich kann für einen Personaler einen riesigen Unterschied ausmachen. Stell‘ dir einmal vor, du als Personaler liest in jedem Bewerbungsschreiben die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Und in einer der Bewerbungen steht: „Sehr geehrte Frau Mustermann“. Das zeigt doch schon, dass sich der  Bewerber vorab Gedanken gemacht hat und zeigt, dass er den Job unbedingt haben möchte. Was sagt es denn über die Arbeitseinstellung und -moral des Bewerbers aus, wenn er sich nicht einmal für sein Bewerbungsschreiben Mühe gibt?

Alles auf eine Seite

Auch wenn du gern darstellen möchtest, dass du super auf die  ausgeschriebene Position passt: Bitte achte darauf, dass dein Bewerbungsschreiben auf eine DIN-A4 Seite passt. Versetz‘ dich wieder in die Lage eines Personalers: Du hast bereits zehn Bewerbungsschreiben gelesen, nun kommt das elfte. Und du siehst gleich, dass das Bewerbungsschreiben mehrere Seiten umfasst. Es ist leicht sich vorzustellen, dass einem hier die Lust am Lesen vergeht. Darüberhinaus ist es für ein Unternehmen oftmals wichtig, dass ein Bewerber keine großen Reden schwingt, sondern schnell „zum Punkt“ kommt.

Wiederhole nicht deinen Lebenslauf

Viele Bewerber machen einen entscheidenden Fehler: Sie schreiben im Bewerbungsschreiben inhaltlich exakt das gleiche, was bereits in ihrem Lebenslauf steht. Für einen Personaler äußerst langweilig, denn es bedeutet, dass er die gleichen Inhalte ein zweites Mal liest – Zudem wird er diese Inhalte vermutlich im möglichen Vorstellungsgespräch noch ein drittes Mal hören. Versteh‘ das Bewerbungsschreiben eher in dem Sinne, dass du deine Person bewirbst. Es geht nicht darum zu zeigen, was du bisher gemacht hast. Es geht vielmehr darum zu zeigen, warum gerade Du die richtige Besetzung der offenen Position bist.

Das Bewerbungsschreiben spannend gestalten

Nun weißt du bereits, welche Stolpersteine es beim Schreiben eines Bewerbungsschreibens zu vermeiden gilt. Doch sicherlich fragst du dich nun, welche weiteren hilfreichen Tipps dir nützlich sein könnten. Im folgenden geben wir dir Tipps, wie du dein Bewerbungsschreiben spannend gestaltest und deine Chancen auf den Traumjob erhöhst.

Wir stellen uns einmal vor, dass der Personaler deinen Lebenslauf bereits kennt. Er weiß also, wie du heißst und was du in deinem bisherigen beruflichen Werdegang alles gemeistert hast. Auch deine bisherigen Positionen und Unternehmen kennt er bereits. Dennoch gibt es ein paar W-Fragen, die der Personaler gern noch benatwortet wissen möchte:

Was sind deine herausragenden Fähigkeiten?
Warum willst gerade zu diesem Unternehmen?
Was hat das Unternehmen davon, wenn es dich einstellt?
Was bringst du in das Unternehmen ein, was nicht auch andere Bewerber einbrigen?

Ein hilfreicher Trick bei der Beantwortung dieser Fragen ist der folgende: Stell‘ dir vor, du würdest mit deinem besten Freund oder deiner besten Freundin über deine Fähigkeiten sprechen. Was würdest du ihm oder ihr sagen? Merke dir deine Aussagen und schreib sie auf! Im nächsten Schritt nimmst du dir deine soeben aufgeschriebenen Aussagen und versuchst, sie von der Umganssprache in die Sprache der Personaler umzuwandeln – Poliere deine Aussagen auf. Und schon hast du super Aussagen, die der Personaler gern über dich lesen möchte. Des weiteren solltet du dir vornehmen, nicht einfach nur Aussagen über dich „auf den Tisch“ zu bringen. Versuche, jede deiner Aussagen mit konkreten Beschreibungen zu belegen. Anstatt also zu behaupten: „Ich bin hochmotiviert.“, kannst du vielleicht Beispiele bringen, die deine Aussage untermauern: „Ich bin hochmotiviert, was man unter anderem daran erkennen kann, dass ich in meiner Freizeit weiterhin an Computern bastle, um meine Freunden ebenfalls zufrieden zu stellen.“

Darüberhinaus macht es sich immer gut, wenn Sie Bezüge zum Unternehmen herstellen. Doch Vorsicht: Bitte nicht nur lobende Worte gegenüber des Personalers erwähnen. Was meinen wir damit? Stell‘ dir vor, du bewirbst dich bei BMW. Anstatt einfach zu sagen: „Aus meiner Sicht macht BMW die schicksten Autos“, könntest du viel eher sagen: „Aus meiner Sicht macht BMW schicke Autos und achtest dabei besonders darauf, dass durch das aerodynamische Design ein verminderter CO2 Ausstoß produziert wird. Dies wiederum kommt der Umwelt zu Gute und das ist einer meiner Hauptaugenmerke“. Mit einer Aussage dieser Art stellst du klar, dass du das Unternehmen schätzt und dir darüberhinaus auch um wirtschaftliche Prozesse und Regelungen kümmerst.

Das Bewerbungsschreiben gut beenden

Du bist am Ende deines Bewerbungsschreibens angelangt, es geht darum, dass du einen sauberen Abschluss findest. Bitte mach‘ hier nicht den Fehler und bedanke dich „für die Aufmerksamkeit“. Schließlich hast du gerade keinen Vortrag gehalten. Vielmehr solltest du mit einer aufforderung schließen, zum Beispiel so:

„Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“

Du kannst sogar noch einen schritt weitergehen und etwas mehr Optimismus in deinen Schlusssatz bringen:

„Ich freue mich, die offene Position zum 01.02.2018 bei Ihnen anzutreten“

Dieser Satz hat einen großen Vorteil, neben dem Fakt, dass Sie viel Optimismus zeigen: Du nennst gleich dein frühestes Eintrittsdatum. Weitere hilfreiche Ideen für gute Schlusssätze in deinem Bewerbungsschreiben findest du auch auf einem unserer Artikel, bei dem wir speziell auf dieses Thema eingehen.